Gütersloh Gütersloher Mieter bemängeln marode Heizungen

Die Senioren in den 115 Wohnungen Am Bachschemm und an der Dalkestraße bemängeln seit Jahren eine kalte Heizung und viel Dreck

Gütersloh. Die Mieter der Wohnungen Am Bachschemm und an der Dalkestraße sind verärgert. Sie fühlen sich von der Hausverwaltung im Stich gelassen. Das Außengelände sei verkommen, das Treppenhaus schmutzig, und die Heizung bleibe kalt. Zustände, die die Bewohner bereits vor sechs Jahren bei der verantwortlichen Aachener Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft anprangerten. Nun schaltet sich der Gütersloher Seniorenbeirat ein - und es kommt Bewegung in die Sache. 115 Mietwohnungen umfassen die Komplexe Am Bachschemm sowie Dalkestraße 1 und 3. Hier leben überwiegend Senioren ab 60 Jahren - meist allein. Viele von ihnen seien mit den Wohnbedingungen unzufrieden, sagt Erika Dorka. Sie lebt seit knapp zehn Jahren in einer Wohnung Am Bachschemm. Die meisten Probleme bereite aktuell die Heizung. "Bei 20 Grad hört sie auf zu heizen. Wärmer wird es nicht", sagt Dorka. Zur kalten Jahreszeit nimmt die Seniorin in dicker Jacke in ihrer Wohnung Platz - und das seit vier Jahren. Enttäuscht ist sie, dass die kürzlich neu eingebaute Heizungspumpe nicht den gewünschten Erfolg brachte. Immerhin: "Bis dahin wurde die Heizung nur 19 Grad warm." Vermieter der 115 Wohnungen ist die Aachener Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft, unter anderem mit Sitz in Köln und Essen. Getragen vom Erzbistum Köln, verwaltet die Gesellschaft mehr als 24.000 Wohnungen in NRW, Rheinland-Pfalz und Berlin. Für das Frühjahr hat die Gesellschaft angekündigt, eine neue Heizungsanlage im Gütersloher Wohnkomplex zu installieren. "Wieso kann die nicht schon im Winter fertig sein? Im Sommer brauchen die Bewohner sie nicht", sagt Margoth Janzen. Die Gütersloherin ist Mitglied im Seniorenbeirat. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Jürgen Jentsch greift sie den Bewohnern unter die Arme, nachdem sich diese verzweifelt bei ihnen gemeldet hatten. "Sie fühlen sich einfach nicht mehr ernst genommen und ewig vertröstet", sagt Janzen. Deshalb habe im August der Gütersloher Seniorenbeirat Kontakt mit der Aachener Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft aufgenommen. Denn nicht nur die streikende Heizung sei ein Problem: Die Bewohner würden seit Jahren ein "schmutziges Treppenhaus", nicht gereinigte Abfalltonnen sowie Laub auf den Wegen bemängeln. "Das Gelände wird immer mehr zu einem Drecksloch", meint auch Margoth Janzen. Erledigen muss diese Aufgaben - vertraglich geregelt - der Hausmeister. Der ist laut Dorka aber nur selten zu erreichen und komme seinen Pflichten nicht nach. "Ich zahle im Monat 25 Euro Hausmeisterpauschale über die Nebenkosten und erhalte dafür so gut wie keine Gegenleistung", ärgert sie sich. Auf Anfrage des Seniorenbeirats kam jetzt Wohnungsverwalterin Michelle Rinne nach Gütersloh, um sich ein Bild zu machen und das Gespräch mit Bewohnern zu suchen. Sie versprach Besserung: "Wir wissen, dass hier Dinge im Argen liegen", sagte sie. Deshalb führe die Gesellschaft seit einiger Zeit sehr enge Gespräche mit dem Hausmeister und suche verstärkt den Kontakt zu den Mietern. "Wir nehmen Sie ernst." Bewohnerin Erika Dorka hofft, dass auf die Worte diesmal auch Taten folgen werden.

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