Auszubildende im Koch-Beruf: Beim Nachwuchswettbewerb des Vereins "Westfälisch Genießen" können sie ihr Können unter Beweis stellen. - © dpa
Auszubildende im Koch-Beruf: Beim Nachwuchswettbewerb des Vereins "Westfälisch Genießen" können sie ihr Können unter Beweis stellen. | © dpa

Gütersloh Koch-Azubis treten beim Wettbewerb „Westfälisch Genießen“ gegeneinander an

Sechs von zehn Finalisten erlernen ihr Handwerk in Betrieben in OWL

Nora Pfützenreuter

Gütersloh. Hirschrücken, Zanderfilet und Pumpernickelkrokant – die Gerichte, die bei den zehn Auszubildenden auf dem Programm stehen, machen Appetit. Für die finale Runde im Nachwuchswettbewerb „Westfälisch Genießen" haben sich die zehn Teilnehmer des zweiten und dritten Ausbildungsjahres viel vorgenommen. Bei dem Wettbewerb können angehende Köche zeigen, wie sie die westfälische Küche interpretieren und sich dabei direkt miteinander messen. Teilnehmen können Auszubildende aus den „Westfälisch Genießen"-Restaurants. Der Verein wurde 1990 von vier westfälischen Unternehmen gegründet, mit dem Ziel, ein Bewusstsein für die regionale Küche und ihre Produkte zu schaffen. Mittlerweile führen 28 Köche und Gastronomen und Betriebe das Gütesiegel, das vom Verein „Westfälisch Genießen" verliehen wird. Der Wettbewerb soll sich vor allem dem wichtigen Thema Nachwuchs annehmen. Um teilzunehmen, haben sich Auszubildende aus verschiedenen Regionen Westfalens mit ihren Rezepten beworben. Die Prüfungskommission, die aus Profiköchen besteht, hat anhand der Bewerbungen zehn Finalisten aus der gesamten Region ausgewählt, die beim Azubi-Kochwettbewerb „Westfälisch Genießen" gegeneinander antreten werden. Sechs von ihnen werden in Betrieben in Ostwestfalen-Lippe ausgebildet. Was die Teilnehmer motiviert „Ich habe diese Ausbildung gewählt, weil ich einen abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Beruf erlernen möchte", sagt Finalistin Christine Fröhlich. Die 19-Jährige lernt im dritten Ausbildungsjahr am Westfalen Hof in Rahden und interessiert sich für die westfälische Küche und ihre vielen Gesichter. Sie sei sofort begeistert gewesen, dass sie teilnehmen darf. Ihre Motivation: „Ich kann dort neue Erfahrungen sammeln und über den eigenen Kochtopfrand hinausblicken." Patrick Groß vom Bielefelder Hof ist vielseitig interessiert und ein Quereinsteiger im Kochhandwerk. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Automobilkaufmann hatte der 26-Jährige ein BWL-Studium begonnen. „Ich entschied mich, das Studium an den Nagel zu hängen und mit dem Beginn der Kochausbildung mein Hobby zum Beruf zu machen", sagt der heutige Koch-Azubi im zweiten Lehrjahr. Den Wettbewerb sieht Groß als „erste, gute Gelegenheit", um zu überprüfen, was er in den ersten neun Monaten der Ausbildung bereits gelernt hat. Die jüngsten Teilnehmer aus OWL Die jüngste Teilnehmerin ist die 18-jährige Natalie Schlüter vom Germanenhof in Steinheim-Sandebeck im Kreis Höxter. Der Auszubildenden im zweiten Lehrjahr gefällt am Beruf der Köchin vor allem die Abwechslung. „Ich habe sehr viel Spaß am Umgang mit Lebensmitteln und kann meine Kreativität in neuen Gerichten und Anrichteweisen voll ausleben", sagt die Nachwuchsköchin. Auf den Wettbewerb freue sie sich, weil sie offen für neue Erfahrungen sei und sich gern einmal beruflich mit Azubis anderer Betriebe vergleichen wolle. Im Kreis Paderborn lernt der 19-jährige Hubert Pawlowski im Gasthaus Spieker in Hövelhof das professionelle Zubereiten von Speisen. Auch er ist der Meinung, dass es „eine tolle Sache" sei, sich einmal mit Auszubildenden aus anderen „Westfälisch Genießen"-Restaurants messen zu können. „Ich freue mich sehr auf den Wettbewerb und darauf, der Jury meine westfälischen Lieblingsgerichte präsentieren zu dürfen", sagt der Auszubildende im dritten Lehrjahr. Ricardo Steimann (22) von der Hotel-Residence Klosterpforte in Marienfeld sieht den Wettbewerb als sehr gute Vorbereitung für seine Abschlussprüfung an. Um sich vorzubereiten, üben die Azubis bereits in ihren Ausbildungsbetrieben. Drei junge Frauen und sieben Männer stellen ihr Können unter Beweis. Guter Nachwuchs sei ganz entscheidend, um die Regionalküche auch in Zukunft mit Leben zu füllen und weiterzuentwickeln, sagt Jury-Mitglied Harald Peters. „Mit unserem Azubi-Kochwettbewerb ‚Westfälisch Genießen’, der zum ersten Mal stattfindet, möchten wir auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und dabei zeigen, wie viel Potenzial in den jungen Köchinnen und Köchen von morgen steckt." Das ist die Jury Im Miele Forum in Gütersloh werden die Kandidaten am 26. Oktober in zwei nebeneinanderliegenden Küchen ihre westfälischen Lieblingsgerichte zubereiten. Eine zehnköpfige Jury wird das Ergebnis verkosten. Auf den Sieger wartet ein einwöchiges Praktikum beim 3-Sterne-Koch Thomas Bühner im Gourmetrestaurant „La vie" in Osnabrück. In der Jury entscheiden als Experten drei professionelle Köche, die in Westfalen tätig sind, sowie drei Mitglieder und Förderer des Vereins „Westfälisch Genießen." Hinzu kommen drei Leser, die im Gewinnspiel ermittelt werden und ein Mitarbeiter dieser Zeitung.

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