Buch und Wein: Buchhändlerin Elke Corsmeyer (v. l.) und Dieter Strothmann (Das Weinhaus)  begrüßen Starautor Martin Walker gemeinsam mit Moderator Oliver Rachner. Walker hatte neben seinem neuen Roman auch selbst mitkomponierten Wein dabei. - © Rolf Birkholz
Buch und Wein: Buchhändlerin Elke Corsmeyer (v. l.) und Dieter Strothmann (Das Weinhaus)  begrüßen Starautor Martin Walker gemeinsam mit Moderator Oliver Rachner. Walker hatte neben seinem neuen Roman auch selbst mitkomponierten Wein dabei. | © Rolf Birkholz

Gütersloh Was Star-Autor Martin Walker in der Gütersloher Buchhandlung Markus präsentierte

Dass der frankophile Schotte Humor hat, beweisen die Namen seiner vier Hühner

Rolf Birkholz

Gütersloh. Buchhändlerin Elke Corsmeyer hoffte, mit ihren Mitarbeiterinnen und in Kooperation mit dem benachbarten Weinhaus „ein bisschen Périgord-Feeling" ins Weberhaus geholt zu haben. Der französisch-englische Begriff passte schon einmal perfekt zum frankophilen britischen Schriftsteller Martin Walker. Und die Spezialitäten an Quiches, Käse und Weinen, die an rustikalen Tischen und Bänken serviert wurden, verliehen dem Leseraum durchaus einen Hauch von Bistro. Während die rund 40 Gäste es sich schmecken ließen, sprach Moderator Oliver Rachner mit Walker und las im Wechsel mit ihm aus „Eskapaden", dessen neuem, achten Roman um „Bruno, Chef de police" in dem fiktiven Städtchen Saint-Denis, angesiedelt in des weit gereisten Schotten zweiter Heimat und Schlaraffenlandschaft. Vor 30 Jahren schon hatte Walker, der als politischer Korrespondent des „Guardian", eines der führenden Blätter Großbritanniens, auf höchster politischer Ebene mit notierte, in Moskau die Romanidee gehabt. Als dort französische Piloten, die im Zweiten Weltkrieg auf russischer Seite gekämpft hatten, ausgezeichnet wurden, erkannte er darin auch einen Romanstoff. So spielt ein inzwischen 90-jähriger hoch dekorierter, nur „der Patriarch" genannter Ex-Militärpilot eine Rolle in Brunos achtem Fall. Und auch den neunten hat der fleißige Autor bereits fertig. Das Buch werde im Mai 2017 bei Diogenes erscheinen, sagte Walker. Und wieder taucht er in die Geschichte ein. Es geht um einen von vier legendären Bugattis, die in den 30er Jahren in der Bugatti-Fabrik im Elsass gefertigt worden sind. Während der Verbleib von drei dieser Autos bekannt ist, gilt das vierte als verschollen. Es wäre heute Millionen wert. Nicht ganz so viele, aber bis zu 30.000 deutsche Touristen jährlich ziehe es inzwischen ins Périgord, die meisten nach den Briten, berichtete Walker. Offenbar haben damit auch die „Bruno"-Romane ein wenig zu tun. Aber der Schotte schreibt nicht nur, er hat mit einem französischen Freund auch einen Wein komponiert. Natürlich hatte Weinhaus-Chef Dieter Strothmann einige Flaschen des roten 2014er Cuvée Bruno auf Lager. Und neben seinem Hund hält Walker auch vier Hühner. Er nennt sie Carla Bruni, Hillary Clinton, Margaret Thatcher und Angela Merkel. Seinen Hahn hat er Sarko getauft, nach dem französischen Ex-Präsidenten Sarkozy, während dessen Nachfolger einen Fasan als Namensvetter bekommen hat. Über die Damen mag man nicht urteilen, aber die Herren betreffend pflegt Martin Walker einen ziemlich treffenden Humor.

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