Brand Parkschänke - © Andreas Eickhoff
Brand Parkschänke | © Andreas Eickhoff

Gütersloh Parkschänke: Ermittler suchen im Schutt nach Brandursache

Der Pächter hatte große Pläne für die ehemalige Traditionsgaststätte

Patrick Menzel

Gütersloh. Der Rauch ist verzogen, der Brandgeruch noch nicht. Ebenso ein schrecklicher Verdacht, der bereits in der Nacht zu Sonntag durch die Köpfe einiger Retter am Einsatzort geisterte: Ist das Feuer in der ehemaligen Parkschänke womöglich gelegt worden? "Wir wissen es noch nicht", sagt Karl-Heinz Stehrenberg. Die Ermittlungen dauerten an, so der Polizeisprecher auf Anfrage. Gestern haben Kripobeamte die beschlagnahmte Brandruine an der Alten Verler Straße ein weiteres Mal auf mögliche Spuren untersucht. In den verkohlten Überresten erhoffen sich die Ermittler Hinweise darauf, wo genau das Feuer ausgebrochen war und ob es möglicherweise mehrere Brandherde in dem unübersichtlichen Gebäudekomplex gab. In einer ersten Meldung der Polizei hieß es, dass es bei Eintreffen der Rettungskräfte nicht nur im Erdgeschoss brannte, sondern auch der Dachstuhl in Flammen stand - zumindest ein starkes Indiz für eine Brandstiftung. Pächter Yahya Sözen, in Gütersloh besser bekannt unter dem Spitznamen "Kongo", glaubt indessen nicht an Brandstiftung. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das Gebäude angesteckt hat. Wer sollte ein Interesse daran haben?", so der Gastronom, der einst den Nachtclub "Relax" an der B 61 betrieben hat und jetzt Inhaber des Lokals "Underground" in der Spiekergasse ist. Vielmehr vermutet Sözen einen technischen Defekt als Ursache des verheerenden Feuers, das alle seine Pläne durchkreuzt habe, wie er sagt. Nach eigenen Angaben wollte Sözen gemeinsam mit einem guten Bekannten ein Motel mit orientalischem Restaurant in der ehemaligen Parkschänke errichten. Dazu habe er bereits damit begonnen, die seit 2012 weitgehend ungenutzten Räume zu entkernen. "Wir waren auf einem guten Weg. Anfang 2017 sollten eigentlich die Bauarbeiten beginnen. Und jetzt das", sagt Sözen und schaut wehmütig über das rot-weiße Flatterband auf die verrußte Trümmerlandschaft. Dem ansonsten überaus gesprächigen Geschäftsmann fehlen die Worte. "Das ist einfach unfassbar", sagt der 58-Jährige. Er selbst habe während eines nächtlichen Imbisses in einer Tankstelle von dem Brand erfahren, als ein Bekannter und Nachbar der Parkschänke ihn auf dem Handy angerufen habe, berichtet Sözen. Kurze Zeit später sieht der Gastronom das Ausmaß des Großbrandes selbst. Zu diesem Zeitpunkt kämpfen bereits 50 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Viel retten können sie allerdings nicht. Das dreistöckige Gebäude ist nun nur noch eine einsturzgefährdete Ruine und muss nach Einschätzung Sözens wohl abgerissen werden. Was dann aus seinen Motel-Plänen wird, vermag der Geschäftsmann nicht zu sagen. Er werde sich zu gegebener Zeit mit Eigentümer Wolf Lücke beratschlagen. Der hält sich nach NW-Informationen zur Zeit auf Zypern auf.

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