Der Dachstuhl des leerstehenden Gebäudes stand in Flammen. - © Andreas Eickhoff
Der Dachstuhl des leerstehenden Gebäudes stand in Flammen. | © Andreas Eickhoff

Gütersloh Frühere "Parkschänke" in Gütersloh niedergebrannt

Der Schaden wird auf rund 50.000 Euro geschätzt

Gütersloh. Ist das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Parkschänke" an der Alten Verler Straße durch Brandstiftung zerstört worden? Diese Frage drängt sich auf, denn die Polizei teilte am Sonntagmorgen in einem Pressebericht mit: „. . .brannte es nicht nur im Erdgeschoss sondern auch der Dachstuhl stand in Flammen". Freilich hielt sich die Polizei mit Aussagen zur Ursache zurück. Um 3.10 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden, zunächst rückten die Berufsfeuerwehr und der Löschzug Gütersloh aus, später unterstützten Kräfte der Löschzüge Spexard und Avenwedde die Löscharbeiten. Rund 50 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz. Als fünf Minuten nach dem ersten Notruf, in dem ein Zimmerbrand gemeldet worden war, ein Rettungswagen an der Brandstelle eintraf, bestätigte die Besatzung den Vollbrand des Erdgeschosses. Zwei Minuten später trafen die Kräfte der Berufsfeuerwehr ein.Meterhoch schlugen da die Flammen bereits in der nächtlichen Himmel. Viel zu retten gab es in dem seit vier Jahren leerstehenden Gebäude nicht, das Feuer hatte in der alten Bausubstanz reichlich Nahrung gefunden.Für eine stabile Wasserversorgung wurde eine rund 300 Meter lange Schlauchleitung zwischen der Dalke an der Brücke Am Parkbad und der Brandstelle verlegt. Zur Brandbekämpfung unter Leitung von Joachim Achtert wurden insgesamt fünf C-Rohre sowie zwei Wenderohre von den beiden Drehleitern aus eingesetzt.Mit Hilfe einer sogenannten Riegelstellung wurden an das betroffenen Hauptgebäude angrenzende Gebäudeteile des dreistöckigen Komplexes von den Flammen verschont. So konnte auch ein im hinteren Bereich angebautes Zweifamilienhaus wirksam geschützt werden. Zahlreiche Feuerwehrleute rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus, um sich bei den Löscharbeiten keine Rauchgasvergiftung zuzuziehen. Zum Einsatz kam auch der Atemschutzcontainer der Feuerwehr, um genügend Atemluftflaschen an der Einsatzstelle zur Verfügung zu haben. Um mit der Drehleiter störungsfrei und sicher arbeiten zu können, mussten an einer alten Eiche, die direkt vor dem Gebäude steht, einige Äste abgesägt werden. Vor Ort machte sich auch Branddirektor Joachim Koch ein Bild des Geschehens. Nachdem er sich einen ersten Überblick verschafft hatte, ging er von einem Totalschaden des Gebäudes aus.Die Buschstraße und die Alte Verler Straße blieben für die Dauer der Löscharbeiten gesperrt. Erst gegen 9.30 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte abrücken und die Brandstelle an die Kriminalpolizei übergeben werden.Zur Ursache des Brandes konnten gestern keine Angaben gemacht werden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Der durch das Feuer verursachte Schaden wird von der Polizei auf etwa 50.000 Euro geschätzt. Zuletzt wollte im Februar 2015 Yahya Sözen, langjähriger Geschäftsführer des Relax-Nachtclubs an der Berliner Straße dem Gebäude wieder neues Leben einhauchen. Nachdem er vom Eigentümer gebeten worden, sich des Gebäudes anzunehmen, wollte er es nach einer erfolgten Renovierung eventuell mieten, sagte er damals.In den oberen beiden Stockwerken waren bis dahin mehrere Zimmer an Arbeiter aus der Fleischindustrie vermietet worden.

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