Die Ausstellung wurde am 3. Oktober mit einem Zeitzeugengespräch eröffnet. - © Andreas Frücht
Die Ausstellung wurde am 3. Oktober mit einem Zeitzeugengespräch eröffnet. | © Andreas Frücht

Gütersloh Zeitzeugen berichten in Gütersloh über ihre Verfolgung in der DDR

Mehr als 80 Besucher hörten gebannt zu, als zwei Zeitzeugen über ihre Verfolgung in der 
DDR berichteten

Gütersloh. Als Renate Prescher und Heinz-Dieter Grau über die Repressalien sprachen, die sie als Ausreiseantragsteller in der DDR erdulden mussten, war im Stadtmuseum sprichwörtlich die fallende Stecknadel zu hören. Mehr als 80 Besucher kamen am 3. Oktober zur Eröffnung der Ausstellung „Hilferufe aus Riesa", die von NW-Redaktionsleiter Jens Ostrowski kuratiert wird. Die Schau berichtet über die „Riesaer Petition zur vollen Erlangung der Menschenrechte". 79 DDR-Bürger schlossen sich 1976 zusammen, um für ihre Freiheit zu kämpfen, beriefen sich unter anderem auf die Menschenrechtscharta und auf die KSZE-Schlussakte. Eröffnet wurde die Ausstellung von Bürgermeister Henning Schulz und Museumsleiter Rolf Westheider. Beide erinnerten in ihren Reden daran, dass es nicht selbstverständlich sei, in Freiheit aufzuwachsen. Henning Schulz hob deshalb das Engagement des Stadtmuseums hervor, regelmäßig zum 3. Oktober an die deutsch-deutsche Geschichte zu erinnern. Besonders emotional wurde es, als Petitions-Unterzeichner Dieter Grau von den Strapazen seiner Verhaftung berichtete. Gefesselt auf einem Stuhl wurde er geschlagen und getreten, wegen eines Fluchtversuchs zu fast drei Jahren Haft verurteilt. „Nicht, weil ich ein Verbrechen begangen hatte. Sondern, weil ich in Freiheit leben wollte." Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Dezember im Stadtmuseum Gütersloh zu sehen.

realisiert durch evolver group