Humba Täterä: Die beiden Abitur-Jahrgänge besuchten sich am Dienstag - und feierten. - © Michael Schuh
Humba Täterä: Die beiden Abitur-Jahrgänge besuchten sich am Dienstag - und feierten. | © Michael Schuh

Gütersloh Abiturienten der beiden Gymnasien feiern ihre letzte Schulwoche

Spaß statt Randale

Michael Schuh

Gütersloh. Nein, Engel sind die angehenden 210 Abiturienten des Städtischen Gymnasiums und ihre 142 Pendants vom Evangelisch Stiftischen Gymnasium nicht. Doch trotz der traditionellen Rivalität gehen die Mottotage derzeit deutlich gesitteter über die Bühne als noch vor einigen Jahren - kein Vergleich zu den Veranstaltungen in Köln, die mit gewalttätigen Auseinandersetzungen endeten. Bevor im April die Klausuren anstehen, nutzen die Abi-Jahrgänge die letzte Schulwoche sowohl zu Feiern unter Mottos wie "Helden der Kindheit" oder "Zeitreise" als auch zum Besuch des anderen Gymnasiums. Zugegeben, dabei wurde am Dienstag trotz des Alkoholverbots der eine odere andere Schluck getrunken, die andere Abiturientia mit nicht immer freundlichen Bezeichnungen bedacht und auch mal eine Apfelsine geworfen. Doch von Randale konnte keine Rede sein, was die Schulleiter auf die gute Zusammenarbeit der beiden Gymnasien zurückführen. "Früher kam es dabei schon mal zu Sachbeschädigungen", erinnert sich ESG-Leiter Friedhelm Rachner, "und beim Fußballspiel im Jahr 2011 gab es Gesänge auf unterstem Niveau." Deshalb bespreche er sich seitdem mit seinem Kollegen vom Städtischen Gymnasium, Dr. Siegfried Bethlehem, "um Grenzen und Möglichkeiten der Mottotage auszuloten." In Abstimmung mit den Schülern habe man sich unter anderem darauf geeinigt, die Besuche fest zu terminieren - jeweils auf eine Pause an einem bestimmten Tag: "Ansonsten haben die Abiturienten an der anderen Schule nichts zu suchen." Weitere Vorgaben: Müll wegräumen, keine Aufkleber, kein Sturm von Klassen- oder Lehrerzimmern, keine Beleidigungen auf Transparenten, keine Pyrotechnik beim Fußballspiel am 25. Mai. "Es ist hervorragend gelaufen", lobte auch Bethlehem seine Abiturienten, die ihm sogar eine eigene Hymne widmeten. Anders sah es da noch vor einigen Jahren aus, als die Mottotage sogar einmal abgebrochen werden mussten. "Damals hatten die Schüler gegen die Regeln verstoßen", erläutert Bethlehem. Nicht zuletzt die Aussage des ESG-Stufensprechers Felix Husemann lässt darauf schließen, dass sich das Verhältnis trotz aller Rivalität normalisiert hat: "Wir haben uns am Dienstag teilweise in den Armen gelegen."

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