Verantworten die Reihe: Prof. Dr. Rolf Wischnath und Pfarrer Andreas Walczak-Detert mit der Programmbroschüre. - © Matthias Gans
Verantworten die Reihe: Prof. Dr. Rolf Wischnath und Pfarrer Andreas Walczak-Detert mit der Programmbroschüre. | © Matthias Gans

Gütersloh Lutherdekade: Vortragsreihe zum Reformationsjubiläum

"Wie lange hält die Welt das aus?"

Matthias Gans

Gütersloh. "Reformation und Eine Welt" lautet das diesjährige Thema der 2008 gestarteten "Lutherdekade", mit der die Evangelische Kirche auf das Reformationsjubiläum, den Thesenanschlag vor 500 Jahren, in 2017 zusteuert. Professor Rolf Wischnath und Pfarrer Andreas Walzcak-Detert haben dazu eine siebenteilige Vortragsreihe organisiert, die den sozialen Aspekt der Globalisierung betont. Für unterschiedliche Positionen sorgt die Auswahl der Redner. "Wir nehmen wahr, dass der Gegensatz zwischen Arm und Reich zunimmt und wir fragen uns: Wie lange hält die Welt das aus?", erläutert Walzcak-Detert. Diese Polarität soll aus unterschiedlichen Perspektiven - und durchaus kontrovers - thematisiert werden. Die Organisatoren versprechen sich eine "anspruchsvolle intellektuelle Herausforderung" von der Reihe, zu der neben dem Top-Star, Linken-Politiker Gregor Gysi, auch zwei CDU-Politiker sowie eine liberale Politikerin eingeladen sind. Den Auftakt macht die Theologin Prof. Klara Butting am 27. Januar mit einer Bibelarbeit zum reichen Jüngling. "Frau Butting argumentiert aus dezidiert feministischer Sicht", macht Rolf Wischnath auf eine Facette dieses Vortrags aufmerksam. Die Entwicklungsexpertin Katja Breyer, diplomierte Forstingenieurin aus Dortmund, wird am 17. Februar das zurzeit allgegenwärtige Thema Flucht und Migration aus der Sicht von "Brot für die Welt" betrachten. Was kann das evangelische Hilfswerk tun, um Fluchtursachen zu bekämpfen und für neue Lebensperspektiven in diesen Ländern zu sorgen? "Gerechtigkeit und Frieden in der Einen Welt" ist der Vortrag von Gregor Gysi am 2. März überschrieben. Der 68-Jährige will erläutern, was aus seiner Sicht getan werden muss, "damit die Schere zwischen Armen und Reichen nicht immer weiter auseinandergeht", wie es im Ankündigungstext der zur Reihe erschienenen Broschüre heißt. Klaus Brandner, SPD-Grande aus Verl, wird am 16. März zum Thema "Gleichgültigkeit und Solidarität" die aktuellen Herausforderungen der Sozialpolitik benennen. Ein Thema, das dem ehemaligen parlamentarischen Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium und Gewerkschafter seit vielen Jahren umtreibt. Dr. Bernhard Felmberg ist CDU-Politiker, evangelischer Theologe und Abteilungsleiter im Bundesentwicklungsministerium. Sein Thema am 13. April ist die "Zusammenarbeit mit den Kirchen in der Entwicklungsarbeit". Eine lokale Note bringt Güterslohs Bürgermeister Henning Schulz (CDU) in die Diskussion ein, wenn er am 11. Mai in "Arm und Reich in Gütersloh" über die soziale Lage in der Stadt berichten wird und welches politische Handeln sich aus dieser Situation ableiten lässt. "Ich bin gespannt, mit welchem Mut er in der Öffentlichkeit Stellung nimmt", sagt Rolf Wischnath. "Liberalismus und Gerechtigkeit" ist das Thema der stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion und Rechtsanwältin Angela Freimuth am 25. Mai. Mit ihrem Vortrag darüber, wie sich Markt und Staat zueinander verhalten und wie es um die soziale Dimension liberaler Konzepte bestellt ist, klingt die Reihe aus. Rund 90 Minuten werden die Veranstaltungen dauern, die jeweils ab 19.30 Uhr im Haus der Begegnung, Kirchstraße 14a, stattfinden. Die Hälfte der Zeit ist für Diskussionen mit dem Publikum reserviert, die abwechselnd von Wischnath und Walczak-Detert moderiert werden. Lediglich der Vortrag von Gysi findet wegen des erwarteten Andrangs in der Martin-Luther-Kirche statt. Dorthin auszuweichen, sei bei großem Interesse auch bei den anderen Vorträgen möglich, so die Organisatoren. Der Eintritt ist frei.

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