Schnelles Internet für Gütersloh: Die 50.000 Euro, die Dobrindt Mitte Dezember in Berlin persönlich an Schulz übergeben hat, will die Stadt nun nutzen, um ihren Infrastruktur-Förderungsantrag vorzubereiten. - © picture alliance / dpa
Schnelles Internet für Gütersloh: Die 50.000 Euro, die Dobrindt Mitte Dezember in Berlin persönlich an Schulz übergeben hat, will die Stadt nun nutzen, um ihren Infrastruktur-Förderungsantrag vorzubereiten. | © picture alliance / dpa

Gütersloh Die Stadt will den Breitbandausbau weiter forcieren

Gütersloh will Optionen prüfen – und den Ausbau mit Hilfe des Bundes vielleicht sogar selbst durchführen

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Stadt will sich um Bundesmittel für den weiteren Breitbandausbau bemühen. Sie will im zweiten Jahresquartal einen Infrastruktur-Förderungsantrag stellen, um im Bundesprogramm Aufnahme zu finden. Im Topf von Minister Alexander Dobrindt liegen 2,7 Milliarden Euro bereit. Der Topf ist dazu da, bis 2018 die weißen Flecken auf der Breitbandkarte zu schließen – jene, die bei denen die Geschwindigkeit unter 50 Mbit pro Sekunde liegt. Viele davon gibt es in Gütersloh freilich nicht mehr: Nach Angaben von Bürgermeister Henning Schulz freuen sich 97 Prozent der Haushalte schon jetzt über Geschwindigkeiten von 50 Mbit oder mehr. Gütersloh sei gut versorgt, so Schulz, und zwar dank eines „ausgewogenen Technologiemixes" aus rückkanalfähigen Kupferkabeln, Vectoring-Technik und LTE-Funk. Doch dabei will es die Stadt nicht bewenden lassen – zum einen sind da die fehlenden drei Prozent, zum anderen ist nichts so schnell wie Glasfaser, die bis ins Haus oder gar in die Wohnung führt. Daher strebe die Stadt an, den Breitbandausbau kontinuierlich weiter zu entwickeln und zu fördern. Die 50.000 Euro, die Dobrindt Mitte Dezember in Berlin persönlich an Schulz übergeben hat, will die Stadt nun nutzen, um ihren Infrastruktur-Förderungsantrag vorzubereiten. Dazu muss sie sich kurzfristig im Klaren werden, ob sie sich für ein Betreibermodell oder für das Wirtschaftlichkeitslückenmodell entscheidet. Eigenanteil könnte auf bis zu zehn Prozent sinken Bei dem Betreibermodell verlegen die Kommunen die Glasfaser selbst und verpachten das Netz anschließend an den Betreiber; beim Wirtschaftlichkeitslückenmodell schließt die Kommune die Finanzlücke eines Telekommunikationsunternehmens, das in einem wirtschaftlich unattraktiven Gebiet ein Breitbandnetz flicht. Für beides gibt der Bund Förderzuschüsse von bis zu 50 Prozent – sofern die Stadt mit ihrem Antrag überzeugt. Da auch Kombinationen mit Förderprogrammen des Landes möglich sind, könnte der Eigenanteil Güterslohs am Ende auf zehn Prozent sinken. Neben dieser kurzfristigen Klärung, wie sie ihren Förderantrag gestaltet, will die Stadt langfristig einen Gutachter beauftragen, der weiterdenkt und Strategien vorschlägt. Auch das soll möglichst noch in den 50.000 Euro drin sein. Der Gutachter soll klären, für welches Modell (Betreiber oder Wirtschaftlichkeitslücke) sich Gütersloh auch langfristig am besten entscheidet; unter rechtlichen, beihilferechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten. Auf dieser Basis dieses Gutachtens, so Schulz, will Gütersloh die Glasfaser flächendeckend bis in jedes Gebäude bringen (FTTB) – wie das in Kürze schon im Baugebiet Fritz-Blank-Straße und demnächst auch in den Siedlungen Krullsbachaue, Pavenstädter Weg und Auf dem Stempel der Fall sein wird.

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