Eröffnet die Jazzreihe: Pianistin Johanna Borchert ist am 29. Januar in Gütersloh. - © Frank Schemmann
Eröffnet die Jazzreihe: Pianistin Johanna Borchert ist am 29. Januar in Gütersloh. | © Frank Schemmann

Gütersloh Jazz in Gütersloh: Mit neuer Kraft in die Saison

Johanna Borchert eröffnet die Reihe in der Stadthalle.

Matthias Gans

Gütersloh. Eine junge Pianistin, drei Größen des europäischen Jazz und eine international renommierte Big Band - darauf dürfen sich die Fans von "Jazz in Gütersloh" in der Frühjahrssaison 2016 freuen. Den Auftakt liefert eine junge Jazzpianistin am Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr im kleinen Saal der Stadthalle: Johanna Borchert. Die Musikerin kennt man bereits in Gütersloh. Sie hatte Ende August diesen Jahres, im Rahmen der Luise Krolzig-Ausstellung, einen beeindruckenden Auftritt in der Martin-Luther Kirche. "Little Red Suitcase" und "Schneeweiss & Rosenrot" hießen die Bands, mit denen Johanna Borchert bekannt wurde. Doch die studierte Jazzpianistin mit Wurzeln in Bremen muss damit leben, dass selbst für ihr Solo-Programm die Musik weit mehr Platz benötigt. Innerhalb weniger Jahre reifte sie von der experimentellen, improvisierten Solo-Piano-Musik zu einem nicht weniger experimentierfreudigen Singer-Songwriter-Stil. Sie vermag innerhalb eines Abends auch diese Strecke mehrmals hin- und zurückzulegen. Für ihr 2014 erschienenes Album "FM Biography", auf dem Johanna Borchert ihr Gesangsdebüt unter eigenem Namen gab, bekam sie im Mai 2015 den ECHO Jazz als "Sängerin des Jahres national". Stefan Hentz schrieb in der Online-Ausgabe der Zeit über das ausgezeichnete Album, auf dem Johanna Borchert Pianistin und Sängerin, Vorder- und Hintergrund, Popmusikerin und Klangkünstlerin zugleich ist: "Ihre Songs sind auf einer ersten Ebene simple, autobiografisch gespeiste Popstücke, basieren auf einfachen Klavierbegleitungen, die Borcherts beweglicher Gesang als Spielwiese nutzt. Doch schnell geraten sie auf die schiefe Bahn, rutschen ab, bauschen sich auf, zerfleddern und verlieren - scheinbar - die Fassung." Große Namen geben dem Konzert der WDR Big Band unter Richard DeRosa am Samstag, 5. März, besonderen Glanz. Der Geiger Gregor Huebner und der Pianist Richie Beirach sind Brüder im Geiste. Beide Musiker leben in New York, beide haben sowohl klassische Musik als auch Jazz studiert und beide loten die Grenzen einer der zeitgenössischen Musik jenseits aller Genregrenzen aus. Dritter Gastmusiker ist Michel Portal, der als Klarinettist im Jazz wie in der Modernen Musik zu Hause. Er wird die Reihe der "European Jazz Legends" fortsetzen. Zwei außergewöhnliche Kontrabassisten beschließen die Saison. Der Norweger Arild Andersen ist am Freitag, 15. April, erstmals zu Gast in der Reihe. Miroslav Vitous, legendär geworden durch seine Mitwirkung bei "Weather Report", gibt am Samstag, 25. Juni, sein zweites Konzert in Gütersloh. Der Vorverkauf für Abonnements und Einzelkarten für die vier Veranstaltungen im Abonnement hat begonnen: Unter allen Neu-Abonennten verlosen die Kulturräume ein Abonnement der Fachzeitschrift JAZZthing, mit denen das Theater die Reihe der "European Jazz Legends organisiert.

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