Hereinspaziert: Sammler und Ausstellungsmacher Oliver Schaffer lädt in seine Playmobil-Zirkuswelt ein. - © Rolf Birkholz
Hereinspaziert: Sammler und Ausstellungsmacher Oliver Schaffer lädt in seine Playmobil-Zirkuswelt ein. | © Rolf Birkholz

Gütersloh Private Playmobil-Sammlung im Stadtmuseum Gütersloh zu besichtigen

Zirkuswelt: Oliver Schaffer stellt seine Playmobil-Sammlung im Stadtmuseum aus. In den 300 Kartons befindet sich auch so manches Sammlerstück

Rolf Birkholz

Gütersloh. Krone, Althoff, Sarrasani, Roncalli, Knie, das sind nur einige der klingenden Namen aus der Zirkuswelt. Oliver Schaffer stellt Szenen aus dem Zirkusleben mit ungezählten Playmobil-Figuren und Zubehör nach. "Manege frei für Playmobil - Zirkusgeschichte(n) Sammlung Schaffer" heißt die neue Ausstellung, mit der das Stadtmuseum seine Reihe "Spielzeugen" fortsetzt. Mit einem Zirkus-Set von Playmobil, das der dreijährige Oliver Schaffer 1981 von seinem Vater geschenkt bekam, fing alles an. Damit übertrug der zirkusbegeisterte Vater diese Leidenschaft seinem Nachwuchs. "Das war der Grundstein meiner Sammlung", sagt Schaffer. Deren Ausmaß lässt sich schon dadurch erahnen, dass der Hamburger bereits seit zwei Wochen mit dem Aufbau der Schau beschäftigt ist, mit Hilfe von Museumskräften. Der kleine Oliver steckte sein Taschengeld in weitere dieser Plastikgesellen zum Thema Zirkus, spielte Pogramme nach, dachte sich selbst welche aus. Sein "Zirkus Oliver" benötigte schließlich 15 Kartons. Schaffer ließ sich, gar nicht so themenfern, zum Musicaldarsteller ausbilden, arbeitete in dem Beruf. Dann, so erzählt er, der heute beim Casting für das Bordprogramm einer Kreuzfahrtflotte tätig ist, wurde er mit seinen Beständen zu einer Ausstellung eingeladen. Seither hat er etliche Male seine inzwischen in 300 Kartons gepackten Sachen präsentiert, zum Beispiel in Einkaufszentren oder Museen, darunter sogar der Louvre. Angefangen mit dem römischen Circus Maximus, in dem es freilich nicht immer so lustig zugegangen sein soll, der aber als ein Ur-Modell gilt, über die verschiedenen Themen-Manegen wie Unterwasser-Zirkus oder Wild-West- Show bis zu Programmnummern etwa des Chinesischen Nationalzirkus, von deutschen oder amerikanischen Unternehmen baut Schaffer detailreich seinen Zirkuskosmos auf. Dazu kommen Plakate und Original-Requisiten oder Leihgaben wie Masken, Hüte und Kostüme. Denn der Hamburger will auch die Geschichte vermitteln, will "der Kulturform Zirkus ein Denkmal setzen." Darauf ist auch seine Passion ausgerichtet. Schaffer: "Ich sammle nicht, um das zu haben, sondern um das auszustellen." Und das seien dann "explizit keine Kinder-Ausstellungen", vielmehr kämen eben auch Erwachsene. "In jeder Schaulandschaft sieht man Figuren aus den letzten 40 Jahren." Durch die Darstellung der Figurenentwicklung bei Playmobil könnten, so Schaffer, auch verschiedene Generationen von Freunden dieser Spielgeräte ins Gespräch kommen, die 1974 auf den Markt kamen. Auch Museumsleiter Dr. Rolf Westheider ließ sich beim Aufbau der Schau neu anstecken, nahm Teile zum Zusammenstecken mit nach Hause. "Hier werden künstlerisch gestaltete Szenen entworfen", erklärt er. Und geht davon aus, dass die Ausstellung ähnlich viele Besucher anziehen wird wie einmal die Lego-Schau. Zusammen mit Malene Lomholt-Busch wurden Ideen für die Ausstellungsbegleitung realisiert, etwa die Möglichkeit für Kinder, die schiere Figurenfülle - eine riesige Menge wird allein unter einem Zirkuszelt-Nachbau versammelt sein - lesend oder malend zu verarbeiten. Oliver Schaffer hat indes längst nicht alle seine rund 10.000 Playmobil-Typen mitgebracht, denn: "Das Museum ist zu klein." Es ist andererseits so gut belegt, dass man auch Besucher von außerhalb erreichen möchte. Westheider: "Wir wollen damit deutlich über Gütersloh hinaus."

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