Lernen in Ruinen: Die nepalesischen Kinder lernen in zerstörten Klassenzimmern. Behörden sprechen von 25.000 zerstörten Schulräumen. Die Aufbauhilfe Nepal setzt sich vor allem für den Wiederaufbau von Schulen und Bildungseinrichtungen ein. Außerdem vergeben sie Stipendien an arme Familien. - © Aufbauhilfe-Nepal
Lernen in Ruinen: Die nepalesischen Kinder lernen in zerstörten Klassenzimmern. Behörden sprechen von 25.000 zerstörten Schulräumen. Die Aufbauhilfe Nepal setzt sich vor allem für den Wiederaufbau von Schulen und Bildungseinrichtungen ein. Außerdem vergeben sie Stipendien an arme Familien. | © Aufbauhilfe-Nepal

Gütersloh Aus Trümmern sollen Schulen entstehen

Wie ein Gütersloher Verein Aufbauhilfe in Nepal leistet

Katharina Georgi

Gütersloh. Erst seit zehn Wochen existiert der Verein Aufbauhilfe-Nepal. Umso erstaunlicher ist es, dass er in der kurzen Zeit schon drei Schulen im nepalesischen Erdbebengebiet wieder mit aufgebaut hat. "Wir sind vor Ort gut vernetzt", sagt Gründungsmitglied Claudia Ahnepohl. Besonders wichtig sei der Einsatz für Kinder und Jugendliche. Darum soll vor allem der Wiederaufbau von Schulen vorangetrieben werden. "Wir wollten so schnell und langfristig wie möglich helfen", erinnert sich Claudia Ahnepohl an die Gründungszeit zurück. Die Mitglieder des Vereins verbindet mit dem Land vor allem ihr buddhistischer Glaube. Außerdem ist Mitgründer Santosh Ohja selbst Nepalese. Stundenlang taumelte er zwischen Hoffen und Bangen, als am 25. April die Erde in Nepal bebte. Denn der Distrikt Dhading, aus dem er stammt, liegt nahe des Epizentrums. Dann die Erlösung: Aus seiner Familie ist niemand beim Erdbeben umgekommen. Allerdings ist die Region stark zerstört. Schnell war für die Buddhisten aus OWL klar, dass sie den Menschen in Nepal helfen wollen. Die Gründung der Aufbauhilfe-Nepal folgte zügig: Schon vier Wochen nach dem Beben erfolgte der Eintrag ins Gütersloher Vereinsregister. Natürlich hätten sie auch einfach an andere Organisationen spenden können. "Aber oft arbeiten die nicht transparent genug oder das Geld versaickert in der Verwaltung", so Ahnepohl. Und weiter: "Bei uns arbeiten alle bis hin zum Steuerberater ehrenamtlich. Und das soll so lange wie möglich so bleiben", erklärt die 45-Jährige. Daher wird das Geld tatsächlich nur für Material aufgewendet, "und für die Transfergebühren." Viele helfende Hände haben die Arbeit unter sich aufgeteilt: Ein IT-Spezialist kümmert sich um die Webseite, ein Mitglied kannte sich mit Vereinsgründungen aus. Auch in Nepal wird ehrenamtlich für den Verein gearbeitet. Santosh Ohja ist in seiner Heimat gut vernetzt. Ein Freund des Lehrers kümmert sich vor Ort um alle Belange - ebenfalls in seiner Freizeit. "So entsteht eine Symbiose aus dem Wissen in Deutschland und Nepal." Kurz nach Gründung seien die ersten 500 Euro an Spenden zusammengekommen. "Wir mussten Ersthilfe mit Nahrungsmitteln und Wasser leisten." Außerdem stand der Monsun bevor. 103 wasserdichte Zeltdächer wurden gekauft und den Menschen zur Verfügung gestellt. Damit haben 103 Familien ein Dach über dem Kopf und müssen nicht auf der Straße schlafen. Gründungsmitglied Sarah Reischböck erklärt die langfristigen Ziele: "Kinder sind unsere Zukunft. Das Beben hat 8.000 Schulen dem Erdboden gleichgemacht und 25.000 Klassenzimmer zerstört." Ahnepohl: "Wollen wir das Land aufbauen, müssen wir bei der Bildung anfangen." Ein Klassenzimmer könne für rund 1.000 Euro repariert werden. Außerdem vergibt der Verein Stipendien für Kinder aus armen Familien. Der Volunteer vor Ort besucht die Schulen, vergleicht Preise beim Einkauf von Baumaterial, und dokumentiert jede geldliche Aufwendung: "Alle Informationen stellen wir auf Facebook, so dass die Spender genau wissen, was gerade passiert." So könne jeder Spender verfolgen, was mit seinem Geld in Nepal passiere. "Wir sind sehr glücklich, dass sich alles so schnell und gut entwickelt hat." Jetzt, so Ahnepohl, seien es nur noch 7.997 Schulen, die aufgebaut werden müssen.

realisiert durch evolver group