Kreis Gütersloh Autofahrer warten lange auf die Kfz-Zulassung

Mitarbeiter arbeiten bis Oktober länger / Weitere Schritte

Rainer Holzkamp

Kreis Gütersloh. Trotz Extraschichten der Mitarbeiter hat sich die Situation mit langen Wartezeiten in der Kfz-Zulassungsstelle des Kreises bis Ferienbeginn nicht wesentlich entspannt. Zwar sei einem weiteren Anstieg vorgebeugt worden, so Landrat Sven-Georg Adenauer in einer Vorlage für den am 21. September tagenden Kreisausschuss, jedoch konnte nach seinen Worten keine entscheidende Wende erreicht werden. Wie berichtet, ist die durchschnittliche Wartezeit für die 25.000 Kunden bis Mai dieses Jahres auf 31 Minuten angestiegen. In der Spitze dauerte es freilich zweieinhalb bis drei Stunden, ehe der Aufruf am Kundenschalter folgte. Seit April ist es vorgekommen, dass 60 Personen oder noch mehr gleichzeitig gewartet haben, so die Antwort der Abteilung Straßenverkehr auf eine Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion. Die Geschäftsprozesse seien komplexer geworden, bekräftigte die Behörde ihre frühere Aussage. Als Beispiele wurden die Änderungen bei der Erteilung von Kurzzeitkennzeichen und die gestiegenen Anforderungen in Zusammenhang mit der Online-Abmeldung von Fahrzeugen sowie die neuen SEPA-Mandate genannt. Diese Faktoren hätten auch in anderen Kreisen zu einem Anstieg der Wartezeiten geführt. In der hiesigen Zulassungsstelle war die durchschnittliche Wartezeit im Mai mehr als doppelt so lang wie vor einem Jahr: 45 Minuten (2014: 21). Im April und Juni betrug sie sogar 47 (37/28) Minuten. Anders als in den Vorjahren ist es diesmal nicht zu einem saisonal bedingten Rückgang gekommen. Auf die Frage, was die Verwaltung bislang konkret unternommen habe, um die Situation zu verbessern, sagte Kreissprecher Jan Focken auf Anfrage: "Acht Mitarbeiter mit einer Teilzeitstelle haben sich bereit erklärt, bis Oktober mehr Stunden zu arbeiten. Dadurch konnte in der Summe gut eine Vollzeitstelle gehoben werden." Wenn?s eng wird, sitze auch auch der Chef mit am Info-Point. Zudem werde zu Spitzenzeiten das Backoffice aufgelöst. Um die Grundlage für weitergehende Entscheidungen zu schaffen, werden laut Focken derzeit weitere Vergleichszahlen anderer Zulassungsstellen eingeholt und ausgewertet. Letztlich müsse dann die Politik entscheiden, ob sie das Personal dauerhaft aufstocken will, um wieder die guten Zeitwerte früherer Jahre zu erreichen. Denn eines sei sicher: "Die Fallzahlen werden nicht geringer und die Anforderungen nicht leichter." Die Gefahr, dass die negativen Erfahrungen in der Zulassungsstelle das Image des Kreises bei den Kunden nachhaltig beschädigen könnte, sieht der Landrat nicht. Selbst in der aktuellen Situation gebe es von der überwiegenden Anzahl der Kunden positive Rückmeldungen zum Engagement der 24 Mitarbeiter in Sachen Service. Daneben würden eingehende Beschwerden "zügig und kundenorientiert" bearbeitet. ´ Im Juni wurden im Kreishaus rund 5.500 Kfz zugelassen, davon 4.300 Gebrauchtfahrzeuge. Der Kfz-Bestand belief sich zum 19. Mai auf insgesamt 296.153 Fahrzeuge, davon waren 215.496 Autos.

realisiert durch evolver group