Im Magazin: Der Kulturausschuss unter Vorsitz von Hans-Peter Rosenthal (l.) ließ sich von Museumsleiter Rolf Westheider (r.) durch das Magazin des Stadtmuseums führen. - © FOTO: ROLF BIRKHOLZ
Im Magazin: Der Kulturausschuss unter Vorsitz von Hans-Peter Rosenthal (l.) ließ sich von Museumsleiter Rolf Westheider (r.) durch das Magazin des Stadtmuseums führen. | © FOTO: ROLF BIRKHOLZ

Gütersloh Das Kapital des Stadtmuseums

Kulturausschuss besichtigt Magazin

Gütersloh (rb). Der Kulturausschuss unter dem Vorsitz von Hans-Peter Rosenthal (Grüne) war doch recht erstaunt, was im Magazin des Stadtmuseums so alles zu finden ist. Vom alten Kinokassenhäuschen über spezielle Rollstühle, eine Telefonzelle, Druckmaschinen bis zu allerlei Klein- und Kleinstteilen, Geschirrstücken, Spielkarten, Dosen.

Doch was wie ein wohl geordnetes Sammelsurium wirken mag, kann irgendwann für eine eigene Ausstellung oder auch für die Präsentation in einem anderen Museum bedeutsam sein. Das sei kein totes Kapital, hieß es 2003 in einem Aufsatz in den „Gütersloher Beiträgen“ über „Das kulturelle Gedächtnis der Stadt“. Vielmehr: „Hier liegt das große Kapital des Stadtmuseums.“

Und darum geht es: Weil der Heimatverein das Museum nur noch defizitär betreiben kann, war eine Erhöhung des Zuschusses im jüngsten Kulturausschuss beantragt worden. In diesem Zusammenhang kamen Ausschussmitglieder auch auf das Magazin zu sprechen und sahen hier Einsparpotenzial. Eine Besichtigung wurde anberaumt.

Dabei wies Museumsleiter Rolf Westheider auf die dort abgestellten Druckmaschinen hin. Die hätten eigentlich den einmal geplanten, aber längst in weite Ferne gerückten dritten Bauabschnitt des Museums füllen sollen. Doch mit der museal dokumentierten Druckgeschichte der Stadt scheint es nichts mehr zu werden. Dabei ließen einige Stücke wie eine „Heidelberger“ Buchdruckmaschine die Herzen von Druckern höher schlagen, wie einer der Besucher meinte. Sie fänden gewiss Abnehmer.

Einige vermissten trotz der vollen Regale Bestände zur heimischen Möbel-, Metall und Textilindustrie oder zum Brennereiwesen. Westheider erinnerte an den Schwerpunkt Medizingeschichte, ein „Alleinstellungsmerkmal“. Dazu kann längst nicht alles vorhandene Material in der Dauerausstellung gezeigt werden.

Für manche womöglich abzugebende Gegenstände haben sich dem Museumsleiter zufolge Interessenten gemeldet. Andere Sachen könne man als Filmrequisiten verleihen. Nach dem Umzug aus einer ehemaligen Husemann-Halle vor mehr als zehn Jahren hatte sich das Inventar schon verringert. Um sich von Stücken trennen zu können, sei es jedoch wichtig, die Bestände fortlaufend zu dokumentieren und zu inventarisieren. Nur so könne ermessen werden, wie wichtig ein Teil etwa für die Stadtgeschichte sei, heißt es im zitierten Aufsatz. Auch das koste Geld.

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