Gütersloh Grundschulen fürchten um ihre Sozialarbeiter

Förderung des Bundes läuft aus, und Stadt lehnt ab

Gütersloh (ost). Die Stadt Gütersloh schätzt die Schulsozialarbeit an Grundschulen als bedeutsam ein. Sie sieht sich aber außerstande, sie aus eigenen Mitteln fortzuführen.

An sechs Grundschulen waren waren Ende 2011/Anfang 2012 jeweils halbe Stellen für Sozialarbeiter eingerichtet worden. Bezahlt wurden sie aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) des Bundes. Doch Ende 2013 läuft die Förderung aus, nun hoffen die Schulen, dass die Stadt einspringt.

Die jedoch winkt ab. "Eine Weiterfinanzierung aus kommunalen Mitteln sehen wir in der aktuellen Haushaltslage als nicht realisierbar an", schreibt die Stadtverwaltung in einer Sitzungsvorlage für den nächsten Bildungsausschuss. Sie schlägt vor, das Gesuch von drei Schulen, die eine Fortführung der Sozialarbeit beantragt haben, abzulehnen. Allenfalls sei eine Verlängerung möglich, da aus der BuT-Finanzierung noch Restmittel übrig seien, die ins Jahr 2014 transferiert werden könnten. Hierüber würden bereits Gespräche geführt.

Den Antrag gestellt haben die Altstadtschule, die Edith-Stein-Schule und die Grundschule Sundern. Weitere (halbe) Sozialarbeiterstellen waren an den Grundschulen Blankenhagen, Kattenstroth und Blücherschule eingerichtet worden. Zusätzlich wurden 40 Prozent der Fachkraftstelle in dem Projekt "Unterstützung von yezidischen Kindern und Jugendlichen" der Stadt finanziert.

Die Schulen schreiben in ihren Anträgen, die Sozialarbeit habe sich als Qualitätsmerkmal in ihren Schulen etabliert. Im Alltag sei sie unverzichtbar, so die Grundschule Sundern. Beratungsangebote für Schüler, für Lehrer und Eltern, Kriseninterventionen, Einzelfallhilfen, Präventionsangebote, Lernförderung, soziales Lernen, Hilfe bei Behördengängen, Streitschlichterprogramme und familiäre Unterstützungen – die Liste der Vorteile und der Aufgaben von Sozialarbeit an Grundschulen sei lang und ließe sich noch fortsetzen. Gerade an Grundschulen mit hohem Migrationsanteil sei die Tätigkeit der Schulsozialarbeiter kaum zu überschätzen.

Auch die Stadt schätzt den Bedarf für Sozialarbeit an Grundschule "insgesamt hoch und deren Durchführung als wirkungsvoll ein." Sie verweist aber darauf, dass die BuT-Finanzierung von vorneherein bis Ende 2013 befristet gewesen sei. Zwar gebe es derzeit eine Gesetzesinitiative im Bundestag, sie habe jedoch wenig Chancen.

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