Das Aktionsbündnis setzt sich dafür ein, dass vor allem die touristischen Angebote mit den historischen Zügen wieder Menschen begeistern können, wie auf diesem Bild, das in Bad Laer entstand. - © FOTO: ROLF WESTHEIDER
Das Aktionsbündnis setzt sich dafür ein, dass vor allem die touristischen Angebote mit den historischen Zügen wieder Menschen begeistern können, wie auf diesem Bild, das in Bad Laer entstand. | © FOTO: ROLF WESTHEIDER

GÜTERSLOH/BAD LAER Aktionsbündnis will TWE retten

Touristische Nutzung der Schienenstrecke ist ebenso angedacht wie die Belebung des Güterverkehrs

Gütersloh/Bad Laer (NW). "Aktionsbündnis pro TWE" - so nennt sich die neu gegründete Initiative, deren Ziele der langfristige Erhalt und die regelmäßige Nutzung der Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn AG (TWE) vor allem im Bereich des Tourismus sind. Aber auch eine Wiederbelebung des Güterverkehrs steht auf der Agenda.

Das "Aktionsbündnis pro TWE" ist ein überparteilicher Zusammenschluss von fachkundigen Privatpersonen sowie Mitgliedern des "Teuto-Express"-Betreibers, der seit über 30 Jahren Dampfzugfahrten auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn durchführt.

Die knapp 100 Kilometer lange Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn verläuft von Ibbenbüren über Lengerich und Gütersloh bis nach Hövelhof bei Paderborn. Aufgrund zweier Bahndammschäden bei Tecklenburg und Bad Iburg ist die TWE-Strecke zurzeit nicht durchgängig befahrbar, was die beliebten Dampfzugfahrten des Vereins Eisenbahn-Tradition von den touristisch interessantesten Zielen fernhält. Für den Tourismus im Teutoburger Wald droht damit ein nicht zu unterschätzendes Zugpferd verloren zu gehen, was auch für gastronomische Betriebe in den Anliegerorten finanziell spürbar werden würde. Eine für die kommenden Jahre geplante Ausweitung des touristischen Angebots auf regelmäßige Wochenendfahrten von Mai bis Oktober liefe ins Leere.

Darüber hinaus hat der Eigentümer der Teutoburger Wald-Eisenbahn, die international tätige Captrain-Gruppe, das Nutzungsentgeld pro Streckenkilometer im Dezember 2011 von 3,95 auf 19,79 Euro erhöht. Der Verein Eisenbahn-Tradition, der ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften alte Lokomotiven, Personen- und Güterwagen der Nachwelt betriebsfähig erhält, sei nicht in der Lage, solche um 500 Prozent erhöhten Trassenpreise zu zahlen.

Das gegenwärtige Vorgehen der Captrain-Gruppe zeige deutlich, wie wenig Interesse das Unternehmen am betriebsfähigen Erhalt der gesamten TWE-Strecke habe, teilt das Aktionsbündnis mit. Die Gründungsversammlung des Aktionsbündnisses pro TWE fand in Bad Laer statt. Sprecher des Aktionsbündnisses ist Rolf Westheider aus Bad Laer, das Aktionsbündnis kann über die E-Mail-Adresse ABproTWE@gmx.de kontaktiert werden.

Zunächst wird das Gespräch gesucht mit allen politischen Kräften im Bereich der gesamten Strecke, um Lösungsmöglichkeiten für den dauerhaften Streckenerhalt aufzuzeigen. Unterstützung erfährt das Aktionsbündnis dabei von der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) aus Bonn, die deutschlandweit bereits erfolgreich mehrere Bahnstrecken vor der Stilllegung bewahrt und den Betrieb reaktiviert hat. Andererseits wird aber auch zu prüfen sein, inwieweit Captrain seiner Instandhaltungspflicht hinsichtlich der Infrastruktur der Teutoburger Wald-Eisenbahn AG nachgekommen ist und nachkommt. Noch ist die Bahnstrecke nicht stillgelegt, die Infrastruktur muss also vom Eigentümer von Gesetz wegen betriebsfähig vorgehalten werden. Sollte Captrain die Strecke abgeben wollen, gibt es schon Interessenten zur Übernahme der Infrastruktur, um die Gleise der Teutoburger Wald-Eisenbahn in eine sichere Zukunft zu führen.

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