Dompteur Martin Lacey mit dem weißen Löwen "King Tonga". - © FOTO: KRONE
Dompteur Martin Lacey mit dem weißen Löwen "King Tonga". | © FOTO: KRONE

GÜTERSLOH Ein Zirkus der Superlative

Krone rollt an: Mit 380 Menschen, 200 Tieren und 300 Fahrzeugen / Premiere am 26. August

Gütersloh (ai). Zirkus Krone, nach eigenen Angaben der größte Europas, kommt gern nach Gütersloh, weil es hier, wie Sprecher Frank J. Keller sagt, ein Publikum gebe, dass ein gutes Zirkusprogramm zu schätzen wisse. Er erwartet zur Premiere ab 26. August ein volles Zelt. Das bietet immerhin 4.500 Sitzplätze.

Trotzdem hat sich Zirkus Krone mit seinem Gastspiel in Gütersloh sechs Jahre Zeit gelassen. Das entspreche der Geschäftsstrategie des Unternehmens, das ihr jeweils alle sechs Jahre neu gestaltetes Programm nur einmal in einer Stadt zeige, so Keller.

Es ist ein Zirkus der Superlative. Das größte Zirkuszelt der Welt, der einzige mit einem festen Zirkusgebäude im Stammquartier in München, nur die "Besten der Besten" wurden als Artisten verpflichtet und in der Tierdressur wird der laut Keller einzige weiße Zirkuslöwe Deutschlands auftreten.

Er ist der Star der Tierdressur des britischen Tierdompteurs Martin Lacey. Auf fünf Videoleinwänden wird parallel zum Geschehen in der Manege die "wahre Geschichte des Königs der Löwen" erzählt, "eine fulminante Inszenierung im neuen Theaterstil", heißt es im Programm.

Ebenfalls einzigartig soll die Vorführung von "Chy Fu Dey" und seiner "Shaolin Kung-Fu-Truppe" sein. Es werden rasante Schwertkämpfe, Mutproben mit scharfen Klingen und zerbrechenden Ziegeln und als Höhepunkt ein Sprung durch einen rotierenden, mit Messern gespickten brennenden Reifen gezeigt. Laut Keller handelt es sich um "echte" Shaolin-Mönche.

Schon Tage vor der Premiere beginnt der Aufbau des Zeltes auf dem Marktplatz. Ein Teil der immerhin 380 Mitarbeiter mit ihren Wohnwagen, der gigantische Fuhrpark und die Tiere werden auf einem separaten Gelände am Güterbahnhof untergebracht. Der Zirkus der Superlative sprengt eben die bescheidenen Dimensionen des Gütersloher Markplatzes.

Keller bedauerte gestern im Pressegespräch, dass der Ruf des Zirkus von kleinen, oftmals unseriösen Unternehmen, untergraben werde. "Da wird der Zirkus, der bewusst einen ähnlichen Namen trägt wie ein großer, traditionsreicher, auf Plakaten mit Löwen und Tigern angekündigt. Betritt man das Zelt, gibt es ein paar Holzbänke, zwei Ziegen und einen Esel." Von 300 Zirkusunternehmen seien 95 Prozent einfach "schlecht", sagt Keller selbstbewusst.

Auch angesichts von 1,1 Millionen Besuchern in der vergangenen Saison sieht Keller eine kleine "Renaissance" des Zirkus nach einer Flaute vor etwa vier Jahren. Die Menschen seien der "künstlichen Unterhaltung" überdrüssig, würden Live-Vorführungen mehr und mehr schätzen.

Wie berichtet, haben heimische Tierschutzorganisationen rund um das Gastspiel Aktionen für einen Zirkus ohne Wildtiere angekündigt.

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