Stopp: Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Für kleine Fußgänger ist es da manchmal gefährlich. - © picture alliance / Swen Pförtner/dpa
Stopp: Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Für kleine Fußgänger ist es da manchmal gefährlich. | © picture alliance / Swen Pförtner/dpa

Gütersloh Gütersloh greift durch: Teure Knöllchen gegen Elterntaxis

Um die Verkehrssicherheit für die Schulkinder zu erhöhen, werden Falschparker jetzt zur Kasse gebeten. Es ist nur eine Maßnahme, um das Problem der Elterntaxis in den Griff zu bekommen

Anja Hustert

Gütersloh. Da wird der morgendliche Schulweg zu einer teuren Angelegenheit: Politessen kontrollieren derzeit verstärkt an Grundschulen, ob dort richtig geparkt wird. "Wir haben nach den Pfingstferien damit begonnen", sagt Ordnungsamtsleiter Thomas Habig. Ziel ist es, dem morgendlichen Verkehrschaos an den Schulen Einhalt zu gebieten. Offenbar mit Erfolg. "Es ist schon ein bisschen ruhiger geworden", sagt Sabine Bruns, stellvertretende Schulleiterin der Heidewald-Grundschule. "An der Heidewaldschule ist es immer besonders knubbelig", weiß auch Maria Rolfes, stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes. "Da habe ich von unseren Verkehrsüberwachungskräften die Rückmeldung bekommen, dass sie dort schon mit drei Leuten vor Ort sein müssten, um das Aufkommen bewältigen zu können." Aber: Allein die Ankündigung, dass an der Schule verstärkt kontrolliert werde, sorgte dafür, dass die Eltern ihr Verhalten änderten. Lediglich sechs Verwarnungen wegen Parkens auf dem Gehweg wurden ausgesprochen. "Ein Auto hat auf dem Gehweg und auf der Busspur nichts zu suchen", bekräftigt Rolfes noch einmal. Da werden dann nach Grad der Behinderung schon zehn bis 30 Euro Bußgeld fällig. "Wir haben uns ja diesmal auf die Fahnen geschrieben, sofort eine Verwarnung zu erteilen und die Eltern nicht nur höflich anzusprechen", so Rolfes. Denn dass damit keine Verhaltensänderung bewirkt wird, haben auch die Schulleitungen erfahren. An der Heidewaldschule sind am Montag die Eltern per Brief noch einmal auf das korrekte Verhalten beim Bringen und Abholen hingewiesen worden. Heute Morgen wird das Team des Ordnungsamtes dort erneut kontrollieren, ob sich die Väter und Mütter daran halten. Auch andere Schulen verstärkt im Blick des Ordnungsamtes Neben der Heidewaldschule sind auch die Altstadtschule, die Blücherschule und die Isselhorster Grundschule verstärkt im Blick des Ordnungsamtes. An der Blücherschule gab es seit den Pfingstferien noch keine Knöllchen - "da sind alle sehr diszipliniert", so Rolfes. In Isselhorst wurde ein Falschparker auf dem Radweg erwischt. In der Schulstraße wurden bereits 18 Väter und Mütter zur Kasse gebeten - einer wegen Parkens auf dem Gehweg, neun wegen Parkens ohne Parkschein, acht wegen überschrittener Parkzeit. Soweit die Statistik. Da das Wetter in den vergangenen zwei Wochen gut war, sind viele Schüler zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule gekommen. "Wenn das Wetter schlechter wird, sieht das ganz anders aus", so Rolfes. Die Eltern würden jedoch meist recht einsichtig auf die Verwarnungen der Politessen reagieren. "Es geht schließlich um die Sicherheit unserer Kinder", sagte Christian Beckmann, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft. Er zeigte sich sehr zufrieden mit den durchgeführten Kontrollmaßnahmen. "Wir möchten, dass bei den Eltern ein Umdenken einsetzt." Daher ist er auch sehr gespannt auf das Projekt des Kreises "Lasst uns laufen!", mit dem die Zahl der "Elterntaxis" reduziert werden soll. Die Grundschule Kattenstroth ist eine der fünf ausgewählten Modellschulen. Nach den Sommerferien werden dort in fußläufiger Entfernung zur Schule spezielle "Hol- und Bringzonen" eingerichtet, um die Verkehrssituation an der Schule zu entspannen.

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