Kreis Gütersloh Dieser Roboter unterstützt die Straßenmeisterei

Straßen NRW setzt jetzt eine eigene, ferngesteuerte Böschungsfräse ein. Die spart eine Menge Zeit - und schützt vor einer alten Gefahr

Herbert Gontek

Kreis Gütersloh. Das kleine schwarz-gelbe Kraftpaket kennt kein Pardon. Sein gefräßiges Schlegelmähwerk macht den Weg frei durch einen kleinen, zwei Meter hohen Urwald an der Haller Westumgehung. Und diese Arbeit kostet seinen Maschinenführer nur einen Klick an der Fernsteuerung. In ein paar Minuten hat der "AS 750" die Brückenböschung an der Margarethe-Windthorst-Straße gelichtet. Dafür hätte ein zwei Mann-Team per Hand sicherlich einen halben Tag benötigt. 15 PS starker Viertaktmotor treibt den Mäher an Bei allen Straßenmeistereien im Regierungsbezirk sind die Geräte jetzt eingeführt worden, bestätigt Sven Johanning, Pressesprecher bei Straßen.NRW in Bielefeld. Die Meistereien in Halle und Wiedenbrück teilen sich zur Zeit noch ein Gerät. Bald bekommt jede ein eigenes und einen weiteren größeren Schlegelmäher, für kleine Bäume müssen sie sich Maschinen teilen. Der gefräßige Schlegelmäher wird von einem 15 PS starken Viertaktmotor getrieben. Über Gummiketten bewegt er sich fort, schafft steile Hänge und matschige Böschungen. 32 rotierende Metallplatten zertrümmern auf einer Schnittbreite von 75 Zentimeter fingerdicke Sträucher und Gräser und hinterlassen den Boden wie gefräst. "Das war früher harte Knochenarbeit", sagt Johanning, "vor allem an den steilen Böschungen". Die abgeschlagenen Sträucher werden vom Mähwerk zertrümmert, es bleibt nichts Sperriges übrig. Für den Maschinenführer Hanno Engelke ein Kinderspiel, ja vielleicht sogar ein Spielzeug. Er folgt dem Kraftpaket in sicherer Entfernung mit einer Fernsteuerung und gibt über kleine Steuerhebel die gewünschten Kommandos für die Arbeit, und der Mäher greift ohne Pardon an. Angeschafft wurden die Schlegelmäher für die Böschungspflege in den Rückhaltebecken der Straßenentwässerung. "Das ist bei den Winkeln der Schrägen für mit Fahrern besetzte Mähgeräte ziemlich gefährlich, denn sie kippen schnell um", weiß Engelke aus seiner Erfahrung. Das eingesetzte Gerät kostet 30.000 Euro Die AS 750 sind flach gebaut, haben einen niedrigen Schwerpunkt und kleben auf ihren Gummiketten am Hang oder der Böschung. Billig sind die Allesfresser nicht. Das eingesetzte Gerät kostet um die 30.000 Euro, der größere entsprechend mehr. Allerdings: Das warme Wetter macht ihm nichts, es schlegelt auch bei 30 Grad im Schatten, ohne Widerrede.

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