Tatort Verl: bei der Sprengung eines Geldautomaten am Edeka-Markt Ende Mai entstand hoher Sachschaden. - © Andreas Eickhoff
Tatort Verl: bei der Sprengung eines Geldautomaten am Edeka-Markt Ende Mai entstand hoher Sachschaden. | © Andreas Eickhoff

Kreis Gütersloh Automatensprengungen - Banken setzen sich zur Wehr

Zuletzt hatten sich Attacken auf die Geldhäuser gehäuft

Anja Hustert

Kreis Gütersloh. Gleich drei Geldautomaten wurden in den vergangenen zwei Monaten im Kreis Gütersloh gesprengt, der letzte vor zwei Wochen in Verl. Die heimischen Banken wollen jedoch nicht tatenlos zusehen und ergreifen Gegenmaßnahmen. Die Volksbank Bielefeld-Gütersloh besitzt im Kreis Gütersloh 50 Geldausgabeautomaten. „Bei 18 dieser Standorte bleiben bereits seit März vergangenen Jahres die SB-Zonen in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr geschlossen", sagte Sprecher Dennis Will. Nächtliche Schließungen von Bankautomaten Dies war eine Reaktion auf zwei Attacken auf Geldautomaten der Volksbank im Jahr 2016. Sowohl Ende Oktober in Rheda-Wiedenbrück als auch eine Woche später im Real-Markt an der Verler Straße in Gütersloh gingen die unbekannten Täter bei einer versuchten Sprengung leer aus – es entstand jedoch hoher Sachschaden. Der Volksbank sei bewusst, so Will, dass mit der nächtlichen Schließung Einschränkungen bei der Bargeldversorgung verbunden seien. „Für uns stehen Sicherheit und Wohlergehen von Kunden und Besuchern stets an erster Stelle." Die betroffenen SB-Standorte beziehungsweise Geldautomaten seien in dem Schließungszeitraum jedoch kaum frequentiert. Entsprechende Hinweisschilder machen auf die geänderten Zugangszeiten der SB-Zonen und den nächsten verfügbaren Geldautomaten aufmerksam. Zentral gelegene Geschäftsstellen seien weiterhin geöffnet, so dass Kunden die Möglichkeit haben, an Bargeld zu kommen. Steinhagener Bank im Visier Mit dieser Maßnahme befindet sich die Volksbank in guter Gesellschaft –  auch die Sparkassen schließen nachts diverse SB-Standorte, um sie vor Sprengungen zu schützen. Allerdings war die Sparkasse Gütersloh-Rietberg bisher noch von keinem Übergriff betroffen. Seit Anfang September 2017 sind aber auch dort die Selbstbedienungsfoyers von Mitternacht bis 5.30 Uhr dicht. Es hätte sich nur eine geringe Anzahl von Kunden darüber beschwert. Die Filiale Gütersloh der Commerzbank verriegelt ihren Selbstbedienungsbereich sogar zwischen 22 und 7 Uhr. „Die meisten Kunden haben Verständnis für diese Maßnahme", sagte Sonja Habig. Die Commerzbankfiliale Steinhagen war im April Ziel einer Attacke von Automatensprengern. Für die Täter ohne Erfolg. Die Banken arbeiten im Bereich der Prävention eng mit der Polizei zusammen, betont Johannes Hüser, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Wiedenbrück. Sein Institut besitzt 36 Geldausgabeautomaten und war von der jüngsten Automatensprengung in Verl betroffen. Hüser: „Zum einen suchen unsere hausinternen Fachleute den regelmäßigen Austausch mit den Spezialisten der regionalen Polizei. Zum anderen werden wir durch unsere Sparkassenverbände intensiv zum Thema Sicherheit von Geldautomaten beraten. Die Sparkassenverbände stehen wiederum im engen Kontakt zum Landeskriminalamt." Die Waffen der Geldhäuser Wie genau die Prävention aussieht, da lassen sich die Banken nicht gerne in die Karten gucken. Volksbank-Sprecher Dennis Will nennt beispielsweise Videoüberwachungssysteme, Einbruchmeldeanlagen, Erschütterungsmelder oder Einfärbesysteme für die Geldscheine. „Grundsätzlich tun wir viel dafür, dass unsere Geldautomaten so sicher wie möglich sind", sagt auch Johannes Hüser. Dass der Tresor in Verl der Detonation standgehalten habe und die Täter keinen Zugriff auf das Bargeld erlangt haben, zeige, dass die Maßnahmen greifen. Hüser: „Leider kann man mit diesem Maßnahmenbündel aber den Angriff selber nicht verhindern. Wir hoffen allerdings, dass die zunehmende Zahl an erfolglosen Sprengungen zukünftige Täter abschreckt." Wie hoch die Investitionen in Sicherheit sind, wollen die Banken ebenfalls nicht verraten. Aber laut Johannes Hüser seien   die   Preise für einen Geldautomaten innerhalb von wenigen Jahren um 20 Prozent gestiegen – dies sei insbesondere auf eine verbesserte Sicherung des Tresors zurückzuführen.

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