Nur Hartgeld erbeutet: Am frühen Donnerstagmorgen hat ein Mann das Casino an der Berliner Straße 63 überfallen. - © Andreas Frücht
Nur Hartgeld erbeutet: Am frühen Donnerstagmorgen hat ein Mann das Casino an der Berliner Straße 63 überfallen. | © Andreas Frücht

Gütersloh Stammgast überfällt Spielothek

Stammgast wollte Raubüberfall begehen

Amélie Förster

Gütersloh. Mike A. will gerade Feierabend machen. Die Kasse ist schon leer geräumt, die Geldscheine liegen zur Einlagerung in den Tresor bereit, als plötzlich ein vermummter Mann die Spielothek betritt und A. mit einem Messer bedroht und Geld fordert. Der 35-jährige A. schaltet sofort: "Willst Du das jetzt wirklich machen?" Den Täter, der am frühen Donnerstag um kurz vor Eins den Laden betreten hat, hat A. sofort wiedererkannt. Der Mann ist Stammgast in der Spielothek an der Berliner Straße. Als A. feststellt, dass der Täter ernst machen will, drückt er den Panikknopf. Den Namen des Täters kennen, laut A., weder er noch die anderen Mitarbeiter oder Gäste. Der Mann ist dem Mitarbeiter körperlich deutlich unterlegen. Als der Mann in die nur noch mit Münzen befüllte Kasse greift, schiebt A. ihn einfach aus der Tür und schließt hinter ihm die Tür ab. Die Wunde, die ihm der Täter zugefügt hat, musste genäht werden Durch eine weitere Eingangstür schlüpfte der Dieb erneut hinein und greift wieder in die Kasse, auch dieses Mal schiebt A. ihn aus der Tür und verschließt diese. "Dass ich ihm körperlich überlegen war, ist mein Glück", sagt A., der bereits viele Jahre in Spielotheken in der Region arbeitet. "Als die zweite Tür zu war, stellte ich fest, dass überall an der Tür Blut war", sagt A.. "Da habe ich erst realisiert, dass der Mann mehrmals mit dem Messer auf meine Hand eingestochen hatte. Man konnte sogar den Knochen sehen." Kurz danach war die Polizei vor Ort, etwa drei Minuten nachdem A. den Panikknopf gedrückt hat. Der Dieb über alle Berge, die Scheine, die A. in den Tresor legen wollte, alle noch da: "Die Scheine hat er einfach übersehen. Wahrscheinlich, weil ich gesagt habe, dass das Bargeld bereits im Tresor liegt." Noch in der Nacht wird A., der in Werther lebt, von seiner Cousine, die ebenfalls in einer Spielothek arbeitet, im Krankenhaus abgeholt und nach Hause gefahren: "Wir telefonieren immer nach der Schicht." Die Wunde, die ihm der Täter zugefügt hat, musste genäht werden. Da A. bereits viele Jahre in der Branche tätig ist, kennt er andere Fälle: "Eine ehemalige Kollegin wurde über Wochen beobachtet, als sie überfallen wurde, haben sie den ganzen Laden leer geräumt. Eine andere Kollegin wurde mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen. Bei mir ist alles gut gegangen." Für die nächsten Tage ist A. vom Dienst freigestellt. Der Polizei hat A. den Täter wie folgt beschrieben: Etwa 170 Zentimeter groß, auffällig schlank, ausländischer Akzent. Zum Tatzeitpunkt trug er eine schwarze Jacke und eine schwarze Maske, außerdem hatte er einen schwarzen Rucksack dabei. Hinweise zu dem Überfall nimmt die Polizei Gütersloh entgegen.

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