Setzen ein Zeichen für Vielfalt: Die Schülerinnen (v. r.) Mariella Bierfischer, Olivia Bernhörster, Paulina Filla und Sophie Wittig schreiben "Love is in the Air" an die Leinwand , die vom Jugendtreff Bauteil 5 aufgestellt wurde. Rainbow-Flash-Organisator Stefan Matthias Pape (r.) freut es. - © Andreas Fruecht
Setzen ein Zeichen für Vielfalt: Die Schülerinnen (v. r.) Mariella Bierfischer, Olivia Bernhörster, Paulina Filla und Sophie Wittig schreiben "Love is in the Air" an die Leinwand , die vom Jugendtreff Bauteil 5 aufgestellt wurde. Rainbow-Flash-Organisator Stefan Matthias Pape (r.) freut es. | © Andreas Fruecht

Gütersloh So war's beim Rainbow Flash in Gütersloh

Regenbogen für mehr Toleranz

Anja Hustert

Gütersloh. Die Sonne scheint, die Band Wohnzimmersoul sorgt für die passende Hintergrundmusik, an den Ständen stehen gut gelaunte Menschen, es wehen Fahnen und Luftballons in Regenbogenfarben. So entspannt, wie sich die Menschen gestern auf dem Kolbeplatz präsentierten, wünscht sich Stefan Matthias Pape von der Initiative "Gütersloh verliebt sich" den Umgang mit den Themen Homosexualität und Transsexualität jeden Tag. "Wir wollen ein buntes Zeichen für Vielfalt und Sichtbarkeit setzen. Denn das Recht auf sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung sollte jeder Mensch frei und ohne Angst wahrnehmen können", sagt Pape. "Hetero-Tag" sei immer, aber einmal im Jahr findet - nicht nur in Gütersloh - der sogenannte "Rainbow Flash" statt. 150 bunte Luftballons stiegen gestern gegen 19 Uhr mit der Botschaft "Gütersloh verliebt sich" vom Kolbe-Platz in den Himmel auf. "Liebe ist Liebe - egal ob lesbisch, hetero, bi, schwul, trans oder inter", das sagte der stellvertretende Bürgermeister Matthias Trepper in seinem Grußwort. Die Gesellschaft habe zwar große Fortschritte gemacht. "Aber: Es gibt immer noch verbale und sogar körperliche Gewalt gegen Menschen, die schwul, lesbisch, trans, inter oder bi leben und lieben - auch hier bei uns in Deutschland", so Trepper. Neben diesen schlimmen Vorfällen gebe es aber auch verstohlene Blicke, Getuschel und blöde Sprüche, die zeigten, dass gelebte und geliebte Vielfalt zwar kein Tabu mehr sei, aber auch immer noch nicht vollständig in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sei. Daher seien die alljährlichen Aktionstage für Vielfalt ein tolles Zeichen. Der Rainbow Flash fand in Gütersloh zum sechsten Mal statt. Zahlreiche Organisationen - darunter die AWO Sexualpädagogik & Aidsprävention, der Queer-Treff der Falken, der Opferschutz der Polizei, die pro familia und Trotz Allem e.V. standen mit Infoständen bereit. Der Arbeitskreis Jugendarbeit Kreis Gütersloh zeigte eine Ausstellung Crossdressing - das Tragen von spezifischer Kleidung des anderen Geschlechts. Der Jugendtreff Bauteil 5 hatte eine Leinwand aufgebaut, auf der jeder ein Statement für sexuelle Vielfalt und mehr Respekt gegenüber unterschiedlichen sexuellen Identitäten und Orientierungen hinterlassen konnte. Noch bis heute weht die Regenbogenflagge am Gütersloher Rathaus. "Ein tolles Zeichen", findet Pape. Die erste Gütersloher-Queer-Party in der Weberei beendet heute Abend die zehn Aktionstage der Vielfalt.

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