Am Ortseingang von Avenwedde-Bahnhof: Die Baustelle vor dem Kreisverkehr Friedrichsdorfer / Dompfaffenstraße hat nichts mit dem Ärztehaus zu tun. Wegen des planerischen Vorlaufes wäre mit dessen Baubeginn wohl erst ab 2019 zu rechnen. - © Andreas Frücht
Am Ortseingang von Avenwedde-Bahnhof: Die Baustelle vor dem Kreisverkehr Friedrichsdorfer / Dompfaffenstraße hat nichts mit dem Ärztehaus zu tun. Wegen des planerischen Vorlaufes wäre mit dessen Baubeginn wohl erst ab 2019 zu rechnen. | © Andreas Frücht

Gütersloh Neues Ärztehaus im Gütersloher Ortsteil Avenwedde-Bahnhof geplant

Der seit kurzem von jeder medizinischen Versorgung abgeschnittene Ortsteil könnte Standort für eine größere Ansiedlung werden. Investoren und Ärzte haben ihr Interesse bekundet

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Bürger in Avenwedde-Bahnhof können sich Hoffnungen machen, dass sie in ihrem Ortsteil bald wieder einen Hausarzt vorfinden. Auf dem Parkplatz an der Friedrichsdorfer Straße/Ecke Dompfaffenstraße soll ein größeres Ärztehaus entstehen. Wie es am Dienstag hieß, sind die Gespräche zwischen Investor, Ärzten und Stadtverwaltung auf einem guten Weg. Seit die hausärztliche Gemeinschaftspraxis Torwinski & Wischerhoff im Februar recht kurzfristig an die Friedrich-Ebert-Straße in die Gütersloher Innenstadt gezogen ist, steht Avenwedde-Bahnhof ohne Hausarzt da - ein Zustand, der viele Bewohner mit Sorge erfüllt und auch die Politik alarmiert hat. Doch nun könnte sich die Angelegenheit zum Guten wenden. Der Leiter des Fachbereiches Stadtplanung, Michael Zirbel, berichtete am Dienstag, die Stadt habe sich mit den Beteiligten über die Grundzüge einer städtebaulichen Lösung geeinigt. Es habe bereits einige Gespräche gegeben. Auch Baudezernentin Nina Herrling sprach von "positiven Entwicklungen". Es sei ein deutliches Interesse von Ärzten und Investoren an einer Verwirklichung des Projektes erkennbar. Demnach scheint es nach aktuellem Stand wahrscheinlich, dass der Fortzug der Praxis nur vorübergehend bleibt. Ob Torwinski & Wischerhoff gemeinsam zurückkehren oder nur Torwinski in Verbindung mit einem anderen Partner, ist noch unklar. Außerdem liege das Interesse einer weiteren Praxis vor, möglicherweise einem Internisten. Selbst von einer Ansiedlung von Fachärzten ist die Rede. Denkbar wäre auch, die Bahnhof-Apotheke, nur einen Steinwurf entfernt an der Friedrichsdorfer Straße gelegen, in das neue Gebäude zu integrieren sowie Wohnungen und Büros vorzusehen. Das Grundstück gehört der Stadt Eine gute hausärztliche Versorgung auch ihrer Ortsteile ist für die Stadt und ihre Bürger von hohem Interesse. "Wir Kommunalpolitiker werden oft auf dieses Thema angesprochen", sagte Gerhard Feldhans, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Eine bürgernahe Hausarztversorgung sei wichtig. Vielen Menschen falle es schwer, einen Weg von mehreren Kilometern in Kauf zu nehmen, um in Gütersloh oder in der Praxisgemeinschaft Avenwedde-Mitte einen Arzt aufzusuchen. "Wir wissen um die Bedeutung des Themas und begleiten die Gespräche positiv", sagte Michael Zirbel. Innerhalb der Stadtverwaltung seien mehrere Mitarbeiter damit befasst. Die anvisierte Fläche direkt am Kreisverkehr und in Sichtweite von Elli-Markt und Christuskirche ist im städtischen Besitz und wird derzeit zum Parken genutzt. Ein Neubau, ob zwei- oder mehrgeschossig, würde die Einfahrt nach Avenwedde-Bahnhof auch städtebaulich verändern. Wie es von der Stadt heißt, wäre sie bereit, das Grundstück zu verkaufen; die Entscheidung müssten die Fraktionen im Ausschuss für Immobilienwesen treffen. Ferner müssten sie das Aufstellen eines Bebauungsplanes beschließen.

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