Symbolbild. - © picture alliance / Bernd Wüstneck/dpa
Symbolbild. | © picture alliance / Bernd Wüstneck/dpa

Gütersloh Knöllchen: Stadt Gütersloh kennt kein Pardon mehr

Verkehrssicherheit: Wer in der Nähe von Schulen rast oder falschparkt, wird zahlen müssen

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Bei dem Thema Verkehrssicherheit an Schulen ist die Stadt mit ihrer Geduld am Ende. Thomas Habig, Fachbereichsleiter Ordnung, kündigte jetzt an, den Überwachungsdruck massiv zu erhöhen. Fahre jemand zu schnell oder parke Gehwege zu, würden ohne Wenn und Aber Knöllchen verschickt. "Auf Diskussionen, wie in der Vergangenheit, lassen wir uns nicht mehr ein." Die Stadt werde mit drei oder vier Ordnungsfachkräften wechselnd an den Schulen unterwegs sein, vor allem morgens von 7.30 bis 8.15 Uhr. "Das ist die Zeit, in der besonders viele Verstöße begangen werden", sagte Habig. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und abholen, verhielten sich teilweise komplett rücksichtslos. "Unsere Toleranz ist erschöpft. Es ist Zeit, diesen Missstand zu beenden." "Teilweise chaotische Zustände" In der Debatte im Planungsausschuss hatte CDU-Sprecher Detlev Kahmen zuvor von "teils chaotischen Zuständen" an den Schulen berichtet. "Manchmal hat man den Eindruck, die Eltern wollten ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer bringen." Kahmen zitierte einen soeben erschienenen Bericht einer Landesverkehrswacht, wonach Kinder im Straßenverkehr immer mehr Probleme haben. Durch die Elterntaxis verlören sie ihre motorischen Fähigkeiten, bewegten sich unsicher auf dem Rad und im Verkehr. Kahmen: "Es wäre besser, die Eltern würden ihre Kinder manchmal einfach laufen lassen." BfGT-Sprecher Norbert Morkes sagte, er halte verstärkte Kontrollen für notwendig. "Die Erfahrung lehrt, dass die Regeln nur eingehalten werden, wenn kontrolliert wird." Manfred Reese (Linke) berichtete, dass Eltern selbst Bushaltestellen manchmal "gnadenlos zuparken", an der Heidewaldschule sei das beispielsweise der Fall. Die von der Stadtschulpflegschaft geforderte, flächendeckende Einführung von Tempo-30-Zonen ist laut Ordnungsamtschef Habig so gut wie abgeschlossen. In Absprache mit dem Kreis und der Polizei habe man all jene Stellen ausgewählt, an denen das gesetzlich möglich sei. Habig kündigte aber an, es dabei nicht bewenden zu lassen. "Wir sind dran, die Tempo-30-Regelung auch auf das Umfeld anderer Sozialeinrichtungen auszuweiten". Derzeit werde das etwa an der Hans-Böckler-Straße im Bereich der Behindertenwerkstätten geprüft. Maik Steiner (Grüne) hatte zuvor ohnehin moniert, die Umsetzung der Schulpflegschaftsforderungen gehe seiner Fraktion nicht weit genug. "Der Bedarf ist viel höher." Das habe schon die hohe Bewerberzahl bei dem kreisweiten Projekt "Lass(t) uns laufen - Weniger Elterntaxis an meinen Schulen" mit dem Einrichten von Bring- und Abholzonen gezeigt. Die Grünen forderten, die Zonen der Geschwindigkeitsbegrenzung deutlich auszuweiten, "vielleicht sogar in Richtung Basis-Geschwindigkeit von 30 zu gehen. Wir sollten diesen Schritt mutiger gehen." So oder so müssen die Autofahrer rund um Schulen mit höherem Kontrolldruck rechnen. Die Stadt hat angekündigt, verstärkt ihren Blitzer-Wagen einzusetzen, außerdem will sie immer wieder ein Tempo-Display aufstellen. Die Stadt werde dieses Jahr noch zwei zusätzliche bestellen, sagte Habig.

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