20 Autos in Folge sind keine Seltenheit: Kürzlich kümmerte sich das Ordnungsamt um abgestellte Lkw am Standstreifen, jetzt stehen die Mietwagen der Firma Sixt auf dem Nordring. - © Andreas Frücht
20 Autos in Folge sind keine Seltenheit: Kürzlich kümmerte sich das Ordnungsamt um abgestellte Lkw am Standstreifen, jetzt stehen die Mietwagen der Firma Sixt auf dem Nordring. | © Andreas Frücht

Gütersloh Autovermieter nutzt Standstreifen der B 61 am Nordring als Parkplatz

Für Busfahrer, Schulkinder und viele andere Verkehrsteilnehmer ist das ein ärgerliches Phänomen

Jeanette Salzmann

Gütersloh. Standstreifen B 61: An den Wochenenden reihen sich hier die Edelkarossen hintereinander, von montags bis freitags sind es eher die durchschnittlichen Pkw. Allen gemeinsam ist das Münchener Kennzeichen. Und weil es in Gütersloh eher ungewöhnlich ist, dass dermaßen viele M-Autos in der Öffentlichkeit hintereinander parken, liegt der Verdacht nahe, dass der Autoverleiher Sixt mit Konzernsitz in München an dem seltsamen Parkphänomen entlang des Nordrings beteiligt sein könnte. "Ist der Verwaltung eigentlich bekannt, dass entlang der Anne-Frank-Gesamtschule der gesamte Standstreifen der Bundesstraße zugeparkt wird?" fragte Annette Kornblum (SPD) in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Ordnung. "Eltern ist es nicht möglich, dort zu parken, um ihre Kinder abzuholen. Und Bussen ist es nicht möglich, die Haltestelle anzusteuern, weil Sixt seine Mietwagen dort abstellt." "Überall dort, wo nichts geregelt ist, darf man laut Straßenverkehrsordnung parken" "Ist doch kein Parkverbot", hieß es lapidar auf NW-Nachfrage bei der Gütersloher Sixt-Filiale. "Stimmt", sagt Ordnungsamtsleiter Thomas Habig. "Überall dort, wo nichts geregelt ist, darf man laut Straßenverkehrsordnung parken." Er selbst habe sich zunächst ein Bild von der Situation machen müssen, da der Stadtverwaltung die Parkerei nicht bekannt war. Demnach gehören die Autos zum Autoverleiher Sixt an der nahegelegenen Aral-Tankstelle. "Es handelt sich um Überkapazitäten, die bis Ende des Monats abgebaut sein sollen", so Thomas Habig. Dennoch hat das Ordnungsamt eine Verwarnung ausgesprochen, denn an der dortigen Bushaltestelle gilt sehr wohl ein Parkverbot. "Diese Wagen wurden entfernt", erklärt Habig, "wir werden jetzt genau beobachten, ob sich das Problem tatsächlich bis Ende des Monats aufgelöst hat." Mehr Zeit braucht hingegen die Beantwortung der Frage, ob der Randstreifen zu gewerblichen Zwecken benutzt werden darf. Habig: "Wir haben die Bauordnung eingeschaltet." Es müsse geprüft werden, ob der Stellplatznachweis der Firma Sixt ausreiche oder angehoben werden müsse. "Dann werden nachträgliche Auflagen notwendig."

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