Für das Foto drücken sie noch einmal die Schulbank: Charlotte Kleßmann (links) und Kerstin Schäfer leiten sonst die Museums-AG der Altstadtschule. Franz Jungbluth spielt hier den Oberlehrer, aber eigentlich ist er der Museumsdirektor. - © Andreas Fruecht
Für das Foto drücken sie noch einmal die Schulbank: Charlotte Kleßmann (links) und Kerstin Schäfer leiten sonst die Museums-AG der Altstadtschule. Franz Jungbluth spielt hier den Oberlehrer, aber eigentlich ist er der Museumsdirektor. | © Andreas Fruecht

Gütersloh So sieht die neue Ausstellung im Stadtmuseum in Gütersloh aus

Stadtmuseum: Die Sonderausstellung „Rohrstock, Ranzen, Ratzefummel – Altstadtschule zeigt Geschichte“ ist eröffnet

Nicole Hille-Priebe

Gütersloh. „Hier beginnt die Zeitreise", steht auf einem Schild an der ersten Station der neuen Ausstellung im Stadtmuseum: „Rohrstock, Ranzen Ratzefummel – Altstadtschule zeigt Geschichte" lautet der Titel dieser wunderbar detaillierten Schau, die zum Staunen und Mitmachen einlädt. Als Kuratoren für das außergewöhnliche Projekt von Schülern für Schüler stand Museumsleiter Franz Jungbluth diesmal ein ganzes Team zur Seite: Zehn Kinder der Museums-AG der Altstadtschule sind seit September Feuer und Flamme für das Thema „Schule früher, Schule heute". Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Kerstin Schäfer und Charlotte Kleßmann sind sie tief in die Geschichte eingetaucht, denn die Altstadtschule, älteste Schule Güterslohs, feiert in diesem Jahr ein beeindruckendes Jubiläum: Am jetzigen Standort an der Schulstraße werden dort seit 150 Jahren Kinder unterrichtet. Auch im Museum selbst führt die Spur zu den Anfängen zurück: „Bis 1868 war der Raum, in dem jetzt ein Teil der Ausstellung aufgebaut ist, das erste Klassenzimmer Güterslohs. Mehr als 40 Kinder wurden hier in der Volksschule unterrichtet, bis die Altstadtschule gebaut wurde", erklärt Jungbluth. Das Konzept der Ausstellung ist ebenso einfach wie genial und kam von den Schülern selbst: In vier prototypisch eingerichteten Klassenzimmern können die Besucher sich ein Bild davon machen, wie Schule in vier verschiedenen Epochen aussah. Die Reise geht von der Kaiserzeit über Nationalsozialismus und Nachkriegszeit und die 80er Jahre bis heute. Um die zahlreichen kleinen und großen Ausstellungsstücke zu beschaffen, boten sich verschiedene Wege. „Wir wussten, dass im Keller der Altstadtschule viele historische Sachen lagern und haben sie ausgegraben", berichten die Lehrerinnen. Der Rest fand sich im Depot des Museums oder in den Familien der Schüler, die auch Interviews gemacht haben mit Zeitzeugen, die die Schule früher besucht haben. Die Ergebnisse werden an verschiedenen Hörstationen präsentiert. Und wer die Ausstellung besucht hat, sollte am Ende nicht verpassen, beim Fleißkärtchenwettbewerb mitzumachen – der Sieger wird von der Museums-AG gekürt.

realisiert durch evolver group