Zufriedene Gesichter: Markus Miele, Christoph von der Heiden und Arne Potthoff (v. li.) mit dem Konjunkturbericht. - © Anja Hustert
Zufriedene Gesichter: Markus Miele, Christoph von der Heiden und Arne Potthoff (v. li.) mit dem Konjunkturbericht. | © Anja Hustert

Gütersloh Geschäftslage ist positiv: Der Industrie in Gütersloh geht es gut

Sonnige Aussichten für die Wirtschaft

Anja Hustert

Gütersloh. "Unsere Umfrage passt ja zum Wetter", meinte Markus Miele, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld, gestern angesichts der Vorfrühlingssonne. In der Tat sehen die heimischen Unternehmer nur wenige Wolken am Horizont - das zeigt die IHK Frühjahrskonjunkturumfrage. Von Januar bis Mitte Februar 2018 hatte die IHK die Wirtschaft des Kreises befragt. 366 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleitung mit 42.215 Beschäftigten beteiligten sich an der Erhebung. "Bestens zufrieden", zeigte sich Markus Miele nun mit den Ergebnissen. Die Wirtschaft sei mit Schwung in das neue Jahr gestartet. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der neben der Einschätzung der momentanen Lage auch die Zukunftserwartungen abbilde, sei gegenüber dem Herbst noch gestiegen. Für alle Branchen im Kreis Gütersloh kletterte er von 139 auf 147 Punkte, wobei der 100er Wert für eine ausgeglichene Stimmung steht. In der Industrie stieg der Indexwert von 143 auf 150 Punkte - das ist laut Miele der höchste Wert seit zehn Jahren. Da haben Pessimisten keine Chance: Gefragt nach den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate blicken weniger als fünf Prozent der befragten Industrieunternehmen sorgenvoll in die Zukunft. 30 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, im Herbst waren es noch 17 Prozent. Zwei Drittel erwarten eine gleichbleibende Geschäftslage in diesem Jahr - "eine gleichbleibend gute", wie Miele betont. Es herrscht wirklich eitel Sonnenschein bei den Industrieunternehmen. 76 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Ertragslage als "gut", die Auslastung der Produktionskapazitäten bleibt auf hohem Niveau und investiert wurde auch. "59 Prozent der Industriebetriebe geben an, dass ihre Investitionen über denen des Vorjahres lagen. Bei weiteren 26 Prozent liegen die Investitionen auf Vorjahresniveau und bei 16 Prozent darunter", so der IHK-Vizepräsident. Steigende Umsätze im Ausland erwartet "An den Unsicherheiten auf der Welt hat sich nichts verändert, dennoch bleibt das Auslandsgeschäft weiterhin auch für die Unternehmen im Kreis Gütersloh eine sehr wichtige Konjunkturstütze", so Miele. 71 Prozent der befragten Unternehmen erwarten steigende Umsätze im Ausland, nur vier Prozent gehen von niedrigeren Umsätzen aus. Im Ausland investieren wollen 43 Prozent der Unternehmen. "Das ist der höchste Wert seit der Vorkrisenumfrage im Frühjahr 2008", so Miele. Gute Nachrichten auch für den Arbeitsmarkt: 59 Prozent der Betriebe erwarten, dass ihre Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten zunehmen wird, ebenfalls laut IHK ein Rekordwert seit mehr als zehn Jahren. 33 Prozent gehen von gleichbleibenden Beschäftigtenzahlen aus. Miele: "Der Fachkräftemangel wird inzwischen als das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung beschrieben, von 85 Prozent der Befragten." Dass der Kreis Gütersloh von Rekordwert zu Rekordwert eilt, unterstrich IHK-Geschäftsführer Christoph von der Heiden anhand statistischer Zahlen aus dem Vorjahr. "Die Gesamtumsätze des Verarbeitenden Gewerbes sind 2017 im Vorjahresvergleich um 7,7 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro gestiegen", sagte er. Er mahnte Flächenausweisungen für die Betriebe an. "Während die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe von 2006 bis 2015 um über 45 Prozent gewachsen sind und die Bruttowertschöpfung um 36,6 Prozent , ist die Industrie- und Gewerbefläche nur um 0,1 Prozent gestiegen. Industrie und Gewerbefläche würden nur zwei Prozent der Gesamtfläche des Kreises ausmachen, sagte er an die Adresse von Gegnern von Wirtschaftsinvestitionen.

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