Symbolbild. - © picture alliance / dpa
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Gütersloh/Bielefeld 28-jähriger Mann aus Gütersloh soll Ex-Freundin misshandelt haben

Vor dem Landgericht Bielefeld geht es um eine Reihe von Vorwürfen

Nils Middelhauve

Gütersloh/Bielefeld. Es war, glaubt man dem Angeklagten, keine ganz einfache Beziehung, die er mit seiner Ex-Freundin führte: Streitigkeiten und kurzzeitige Trennungen waren demnach an der Tagesordnung. In einigen Fällen soll der Gütersloher Dennis F. (28; Namen der Betroffenen geändert) jedoch derart übergriffig geworden sein, dass er sich seit gestern wegen des Vorwurfs der Körperverletzung sowie sexuellen Missbrauchs vor dem Bielefelder Landgericht verantworten muss. Dennis F. und seine Ex-Freundin Frauke D. hatten sich im August 2007 bei einer Geburtstagsfeier kennengelernt; kurze Zeit drauf waren sie ein Paar. Doch die zunächst noch - so der Angeklagte gestern - "glückliche Beziehung" wurde schnell getrübt: Beide Partner waren eifersüchtig und warfen dem jeweils anderen vor, nicht treu zu sein. Daraus resultierten häufige Streitigkeiten sowie mehrere temporäre Trennungen. "Es war eine On-Off-Beziehung", sagte F. gestern. Beide Partner setzten sich, so schilderte es der Angeklagte vor Gericht, mehrfach wohl auch handgreiflich auseinander. In zwei Fällen endeten derartige Konflikte für Frauke D. im Krankenhaus: Am 6. April 2014 geriet sie in der damaligen Wohnung ihres Ex-Freunds in Rietberg mit diesem in Streit. Die Situation eskalierte, Dennis F. trat der vor dem Haus auf dem Boden liegenden Frau ins Gesicht. Frauke D. rettete sich zu einer Nachbarin. Am 19. Januar 2017 schlug F. seiner Ex-Freundin, die sich zum damaligen Zeitpunkt bereits von ihm getrennt hatte, in der noch gemeinsamen Wohnung in Gütersloh zwei Mal heftig mit der Faust ins Gesicht. Die Frau erlitt einen Jochbeinbruch sowie eine Zertrümmerung des Jochbeinbogens. Diese beiden gravierenden Körperverletzungen räumte F. nach einigem Zögern vor Gericht ein. Allerdings blieb ihm auch nicht viel anderes übrig, hatte Frauke D. doch direkt im Anschluss an die letzte Tat die Polizei gerufen. Die Beamten dokumentierten die Verletzungen - und stießen zu ihrer Überraschung in der Wohnung auf eine Marihuanaplantage. Wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilte das Amtsgericht den 28-Jährigen im vorigen Jahr zu einer Bewährungsstrafe. Die Staatsanwaltschaft wirft F. jedoch noch weitere Körperverletzungen, Beleidigungen und auch sexuelle Übergriffe vor. Diese bestritt er jedoch: "Das hat es alles nicht gegeben." Der Prozess wird heute fortgesetzt.

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