Neue Wege: Michael Kintrup, seit vier Jahren Leiter des Reinhard-Mohn-Kollegs. - © Matthias Gans
Neue Wege: Michael Kintrup, seit vier Jahren Leiter des Reinhard-Mohn-Kollegs. | © Matthias Gans

Gütersloh Reinhard-Mohn-Berufskolleg will E-Commerce-Ausbildung anbieten

Die Gütersloher Reinhard-Mohn-Schule beantragt die Einrichtung eines neuen Bildungsganges. Es wäre die erste E-Commerce-Ausbildung in Ostwestfalen-Lippe. Die Industrie- und Handelskammer glaubt, das ist erst der Anfang

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Das Reinhard-Mohn-Kolleg will einen Bildungsgang für Kaufleute im E-Commerce einrichten. Schon im Sommer zum neuen Schuljahr soll er an den Start gehen. Es wäre die erste Berufsschule in Ostwestfalen-Lippe, die solche Klassen einrichtet. Die Industrie- und Handelskammer begrüßt den Plan: Eine spezielle Ausbildung für den Internethandel in all seinen Facetten sei sinnvoll. Das Reinhard-Mohn-Kolleg kann einen neuen Bildungsgang nicht einfach so anbieten, sondern braucht dafür eine Genehmigung - zunächst die der Kreispolitik, dann die der Bezirksregierung. Angesichts vorliegender Stellungnahmen ist damit allerdings zu rechnen, zumal die Schulträger der Nachbarkreise keine Einwände erhoben haben und das Einrichten des neuen Bildungsganges keine besonderen Investitionen erfordere. Den Antrag für den neuen Bildungsgang hatte Oberstudiendirektor Michael Kintrup, Leiter des Reinhard-Mohn-Kollegs gestellt. Man wolle damit auf die Tatsache reagieren, dass immer mehr Geschäfte online abgewickelt werden. Es sei angebracht, für die zunehmende Digitalisierung in der Wirtschaft eine angepasste kaufmännische Qualifikation anzubieten. Drei Jahre soll die duale Ausbildung dauern. Die Absolventen dürften laut Kintrup schwerpunktmäßig im Handel (Einzel-, Groß- und Außenhandel) unterwegs sein, aber auch die Tourismusbranche, Dienstleister oder Logistikunternehmen kämen in Frage. Ziel sei es, auch solche Betriebe für die duale Ausbildung zu gewinnen, die bisher wenig oder gar nicht ausbildeten, weil bislang der entsprechende Beruf fehlte. Die Schule sagt, sie sei in der Lage, das neue Angebot zu stemmen. Man habe dafür bereits die passenden Lehrer beisammen - Kollegen, die die kaufmännischen Inhalte abdecken, die juristischen, betriebswirtschaftlichen, elektronischen und sprachlichen. Auch die Räume und Ausstattung seien schon vorhanden, jedenfalls mehr oder weniger. Und noch ein Plus, so Kintrup: Die laufenden Kosten könnten aus dem vorhandenen Schulbudget finanziert werden. Die Bildungsabteilung der Gütersloher Kreisverwaltung begrüßt den Plan, und auch die IHK sieht in der Einrichtung des Bildungsganges "große Chancen und Möglichkeiten für junge Menschen und für die Betriebe in der Region". Die IHK will beobachten, wie viele Schüler sich anmelden. Es sei nicht auszuschließen, dass es je nach Entwicklung weitere Standorte im Regierungsbezirk geben werde.

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