Bald plätschert es wieder: Am Wasserband werden die Absperrgitter demnächst Handläufen weichen. - © Andreas frücht
Bald plätschert es wieder: Am Wasserband werden die Absperrgitter demnächst Handläufen weichen. | © Andreas frücht

Gütersloh Stolperfalle auf dem Berliner Platz wird gesichert

Die städtischen Grünplaner und Juristen finden eine bauliche Lösung, die allen Sicherheitsvorschriften nach DIN entspricht und die Stadt vor weiteren Klagen schützen soll

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Stadt wird das Wasserband auf dem Berliner Platz bald wieder frei geben. Sie hat eine technische Lösung gefunden, mit der es durch Handläufe und den Einbau von Noppen so ergänzt wird, dass es den Sicherheitsvorschriften genügt. Bis zum "Gütersloher Frühling", der Innenstadt-Veranstaltung vom 22. März bis 6. Mai, soll sie umgesetzt sein. Das Oberlandesgericht Hamm hatte im Oktober seine Rechtsauffassung geäußert, wonach die Stadt nachbessern muss. Sie habe die für das barrierefreie Bauen geltenden Vorschriften der Deutschen Industrienorm (DIN) - im einzelnen die DIN 18040-1 für öffentlich zugängliche Gebäude und DIN 18040-3 für öffentlichen Verkehrs- und Freiraum - einzuhalten. Ziel dieser Vorschriften sei es, "bauliche Anlagen auch Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen möglichst ohne besondere Erschwernisse zugänglich zu machen", hieß es. Seither hatte die Stadt das Wasserband mit Straßengittern abgesperrt und nach einer praktikablen Lösung gesucht. Zum Gütersloher Frühling soll dieses unschöne Bild der Vergangenheit angehören. Laut Stadtsprecherin Susanne Zimmermann ist vorgesehen, drei Handläufe zu installieren; zwei säumen die langen Seiten der Stufenanlage, eine verläuft mittig an der kurzen, dem Kaufhaus Karstadt zugewandten Seite. "Die Handläufe verlaufen jeweils von oben nach unten." Vergleichbare Handläufe gebe es an der Stadthalle sowie im Mohns Park. Die neuen Noppenplatten, die die Aufmerksamkeit beim Gehen steigern sollen, werden den Plänen zufolge direkt vor die oberste Stufenreihe gesetzt. 375 Stück werden eingebaut. 60 Zentimeter breit, aus gelblich-grauem europäischem Granit, ersetzen sie die vorhandenen Platten. Die Kosten für den Umbau belaufen sich laut Zimmermann auf rund 20.000 Euro. Abhängig von Lieferfristen und Wetter, beginne er in Kürze. Erarbeitet hat die Lösung der Fachbereich Grünflächen in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Recht. Auch der Behindertenbeirat sei eingebunden gewesen. Der Beirat habe lediglich einen Handlauf favorisiert, aus Gründen der Sicherheit habe sich die Stadt aber entschieden, drei Handläufe zu installieren. Mit dem Umbau erfülle die Stadt jene Bauvorschriften, auf die das OLG abgehoben habe, und auch der kommunale Versicherer habe mitgeteilt, er versichere die Anlage in der geplanten Form weiterhin. Das Wasserband plätschert (sommers) seit 2014. Die Umgestaltung des Platzes inklusive neuer Bäume hatte 250.000 Euro gekostet. Bald darauf ereigneten sich jedoch Unfälle. Sachverständige und Gerichte befanden, die Anlage entspreche nicht den Kriterien für barrierefreies Bauen und sei nicht gefahrlos zu betreten.

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