Kunstkenner: Detlef Jentsch hat viel Erfahrung und ein gutes Händchen für erlesene Gemälde, wie das des berühmten deutschen Jagdmalers Christian Kröner (1838 – 1911), das eine Gruppe Rehe im Winterwald zeigt und in seiner nächsten Auktion versteigert wird. Jentsch’ Expertise ist auch im Fernsehen immer wieder gefragt. - © Andreas Frücht
Kunstkenner: Detlef Jentsch hat viel Erfahrung und ein gutes Händchen für erlesene Gemälde, wie das des berühmten deutschen Jagdmalers Christian Kröner (1838 – 1911), das eine Gruppe Rehe im Winterwald zeigt und in seiner nächsten Auktion versteigert wird. Jentsch’ Expertise ist auch im Fernsehen immer wieder gefragt. | © Andreas Frücht

Gütersloh Gütersloher Auktionator als Experte bei ZDF-Sendung

„Kaputt und zugenäht“: In der neuen Staffel des ZDF berät der Antiquitäten-Experte Detlef Jentsch gemeinsam mit Moderatorin Eva Brenner die Besitzer defekter Lieblingsstücke

Nicole Hille-Priebe

Gütersloh. Detlef Jentsch gibt einfach keine Ruhe – und das natürlich im besten Sinne: Wenn im ZDF am 11. Februar die neue Staffel der Sendung „Kaputt und zugenäht" läuft, ist der umtriebige Gütersloher Auktionator als Antiquitäten-Experte im Team. Auch in der dritten Staffel der beliebten Sendung dreht sich alles um defekte Lieblingsstücke. Gemeinsam mit Moderatorin Eva Brenner kümmert sich Detlef Jentsch im wöchentlichen Wechsel mit seinem niedersächsischen Kollegen Uli Vogt dann sonntags zur besten Sendezeit ab 14 Uhr um die kaputten Mitbringsel der Teilnehmer. In der Show, die bereits im November von einer Produktionsfirma in Berlin abgedreht wurde, können die Interessenten überprüfen lassen, ob und wie ihre alten Schätzchen noch zu retten sind. Dabei kann es sich um ein teures Erbstück handeln oder auch um Opas Taschenuhr.  "Aus dem Krankenhaus bin ich einfach abgehauen" „Kurz vor Drehbeginn musste ich unglücklicherweise ins Krankenhaus, da bin ich dann einfach abgehauen – obwohl ich gar nicht wusste, was in Berlin genau auf mich zukommen würde. Die einzelnen Objekte kannte ich ja vorher nicht, aber das Konzept hat mich begeistert", berichtet der 75-jährige, der als öffentlich bestellter und vereidigter Versteigerer seit 1973 in seinem Auktionshaus an der Verler Straße präsent ist – wenn er nicht gerade als Experte vor einer Fernsehkamera steht oder eine seiner spektakulären Auktionen außerhalb vorbereitet, wie zurzeit die Versteigerung einer kompletten Kfz-Werkstatt oder des Inventars einer leerstehenden Villa in Schloß Holte-Stukenbrock. Eigentlich ist Detlef Jentsch ein strikter Verfechter von Live-Sendungen im Fernsehen. Besonders stolz ist er darauf, dass alle 40 Sendungen von „Schatz oder Schätzchen", die zwischen 2005 und 2008 im WDR liefen, live gesendet wurden. „Mir war das so wichtig, weil ich viel Wert auf Glaubwürdigkeit und Authentizität lege. Ich möchte mich nicht hinstellen und so tun, als sei ich allwissend. Und ich will auch nicht nur Preisgeber sein", erklärt der Antiquitäten-Experte. In der Praxis habe er jedoch die Erfahrung machen müssen, dass die populären Sendungen häufig gestellt und abgesprochen sind. „Für so etwas gebe ich mich nicht her", sagt Jentsch, der sich bereits im Vorfeld davon überzeugt hatte, dass bei „Kaputt und zugenäht" alles mit rechten Dingen zugeht. "Auf Flohmärkten wird nur betrogen" Anders als in seinem Auktionshaus, wo er schon länger von Tochter Britta und ab 1. Februar auch von Sohn Björn unterstützt wird, muss Detlef Jentsch vor der Kamera ganz alleine seinen Mann stehen. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm zwei Raritäten, deren Reparatur er für die Besitzer bewerten sollte: „Da war zum einen ein Tischchen des berühmten französischen Möbeltischlers André-Charles Boulle aus dem 17. Jahrhundert, an dem ein paar Messingleisten fehlten. Ein anderer Kandidat kam mit antiken japanischen Lackmöbeln mit kunstvollen Elfenbein-Einlagen. Die Sachen hatte er auf dem Sperrmüll gefunden, vor einer Wohnung, die wohl vorher einem japanischen Diplomaten gehörte." Wenn der Auktionator von den Raritäten erzählt, leuchten seine Augen vor Begeisterung. Dass er persönlich auf der Suche nach alten Schätzchen nicht über Flohmärkte streift, hat einen Grund: „Ich war vor 35 Jahren zum ersten und letzten Mal auf einem Flohmarkt – da wird man nur betrogen." Was in seinem Auktionshaus bestaunt und ersteigert werden kann, stammt ausschließlich aus Nachlässen. Beim nächsten Termin am Samstag, 3. Februar, liegt der Fokus auf Diamantschmuck und bislang unbekannten Bildern der westfälischen Expressionisten Ludwig Godewols und Victor Tuxhorn. Beginn ist um 14 Uhr.

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