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Gütersloh Stadtwerke Gütersloh stellen im kommenden Jahr weitere Ladesäulen für Elektroautos auf

Das Bundesverkehrsministerium hat den Förderantrag bereits genehmigt

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Stadtwerke Gütersloh (SWG) wollen die Zahl ihrer Ladesäulen für Elektroautos deutlich erhöhen. 2018 sei der Bau von acht weiteren Standorten geplant. Die Stadtwerke beziffern die Investition mit circa 200.000 Euro, wovon der Bund etwa 60.000 Euro übernimmt. Das Bundesverkehrsministerium habe den Förderantrag vor wenigen Tagen genehmigt. Aktuell betreiben die Stadtwerke an fünf Stellen im Stadtgebiet Ladesäulen: Sie stehen auf dem SWG-Gelände an der Berliner Straße 260 (dort können zwei Autos gleichzeitig laden), am Rathaus (zwei Autos), an den Hauptstellen von Sparkasse und Volksbank (jeweils ein Auto) sowie beim Lebensmittelhändler Schenke an der Rhedaer Straße (zwei Autos). Weitere Ladesäulen waren schon länger geplant, allerdings wollten die Stadtwerke erst die Bewilligung ihres bereits im März gestellten Förderantrages abwarten. „Uns ist am weiteren Ausbau der Elektromobilität sehr gelegen", sagte Sprecherin Nihal Armutcu. Folgende Standorte seien ausgewählt: Hohenzollernstraße (Volkshochschule), Marktplatz, Herzebrocker Straße (Kreishaus), Schlüterstraße, Mauerstraße (Büskerplatz), Langer Weg (Gleis 13), Hochstraße (Klinikum) und Berliner Straße 260 (SWG-Sitz). Die Entscheidung für die Standorte wurde laut Armutcu in Absprache mit dem Fachbereich Stadtplanung getroffen. Kriterien seien gewesen, dass sie gut zugänglich seien (öffentliche Nutzungsfläche) und an frequentieren Verkehrspunkten lägen. Ferner habe eine Rolle gespielt, ob in Nähe Halter von Elektrofahrzeugen gemeldet sind. Mit dem Bau der Säulen werde begonnen, sobald Fabrikat und Ausstattung festgelegt seien. 56 Elektroautos sind derzeit in Gütersloh gemeldet – eine Zahl, die bei weitem nicht den Erwartungen aus den Anfangsjahren entspricht. Als eines der Haupthindernisse für den Ausbau der E-Mobilität gilt, dass die Infrastruktur lückenhaft ist. Auch wird das „Tanken" und das Bezahlsystem von Autofahrern vielfach noch immer für unnötig kompliziert gehalten. Kreisweit sind nach jüngsten Zahlen der Zulassungsstelle im Straßenverkehrsamt lediglich 245 Elektroautos auf den heimischen Straßen unterwegs, ferner 476 mit einem Hybridmotor. Im Vergleich zu den knapp 224.000 Benzinern und Dieseln ist das nicht der Rede wert. An den Säulen der Stadtwerke ist das Aufladen umsonst. Laut einer Aussage von Thomas Primon, Leiter Energiewirtschaft, in einer Sitzung des Klimabeirates im Oktober ist es jedoch fraglich, ob das so bleibt. Primon wird dort im Sitzungsprotokoll mit der Aussage wiedergegeben, das Laden sei „derzeit (noch) kostenfrei". Umweltdezernentin Christine Lang sagte demnach dort, das Laden von Elektrofahrzeugen sei „keine öffentliche Aufgabe". Die Infrastruktur solle ausreichen für das „Nachladen" einer Reichweite in der Region. Wie viele Stromtankstellen es insgesamt im Augenblick in Gütersloh gibt, lässt sich verlässlich kaum sagen. Digitale Karten von Anbietern wie www.plugfinder.de, www.goingeletric.de und www.chargemap.de sind auf die Hilfe von Usern angewiesen; ihre Auflistung von Ladesäulen, von denen einige etwa an Autohäusern oder bei Elektrounternehmen stehen, sind keineswegs deckungsgleich, und manche Seiten scheinen auch nicht fortlaufend aktualisiert zu werden. Unterschiedlich sind auch die Stromleistungen der Säulen und folglich die Ladezeiten. Insgesamt dürfte es derzeit ein knappes Dutzend E-Säulen in Gütersloh geben. Die „beliebteste" Stadtwerke-Tankstelle ist jene direkt an der Hauptniederlassung; sie verzeichnet die höchsten Abnahmemengen. Primon sagte in der Sitzung des Klimabeirates, er erwarte bei den Ladeleistungen künftig eine Differenzierung: Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz mit niedriger bis mittlerer Leistung (netzverträglich, zeitflexibel bis zu 20 Stunden und korrelierend mit dem Stromangebot) und Laden für den Fernverkehr mit hoher Leistung. Aktuell würden etwa 80 Prozent der Fahrten nicht über 50 Kilometer hinausgehen, eine solche Fahrt verbrauche nur sechs bis acht Kilowattstunden. Es erscheinen ihm naheliegend, dass zukünftig nicht mehr alle Fahrzeuge langstreckentauglich (große Batteriekapazität und hohe Ladeleistung) ausgelegt seien.

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