Das Smartphone von Nihal Armutcu, Stadtwerke Gütersloh, loggt sich automatisch in das mobile Netzwerk ein. Einmal gespeichert, erkennt das mobile Gerät jedes Mal das Netzwerk. Für Fahrgäste, die häufig mit dem Bus unterwegs sind und den richtigen Bus nehmen, ist das geldwert. - © Foto: Andreas Frücht
Das Smartphone von Nihal Armutcu, Stadtwerke Gütersloh, loggt sich automatisch in das mobile Netzwerk ein. Einmal gespeichert, erkennt das mobile Gerät jedes Mal das Netzwerk. Für Fahrgäste, die häufig mit dem Bus unterwegs sind und den richtigen Bus nehmen, ist das geldwert. | © Foto: Andreas Frücht

Gütersloh Doppelt mobil mit dem Bus: Ein Jahr WLAN in den Bussen der Stadtwerke

Damit folgen die Verkehrsbetriebe einem 
internationalen Trend. Insgesamt wird das Angebot gut angenommen, nicht nur von jungen Menschen

Ingo Müntz

Gütersloh. Heute ist das Glück mit dem, der für sein Smartphone nur begrenztes Datenvolumen gebucht und den richtigen Bus erwischt hat. Denn dann kann zwischen ZOB und Schildergasse nach Herzenslust gesurft werden. Vielleicht reichen die drei Stationen für ein umfassendes Download oder die Mail mit dem dicken Anhang. Wenn nicht, dann noch einfach ein paar Haltestellen mitfahren. Dietmar Hubrich von den Stadtwerken empfiehlt dafür einen der beiden Busse mit Radio Gütersloh-Schriftzug oder den Bus mit dem WLAN-Logo zu nehmen. Denn die haben einen Router an Bord, der ein drahtloses Netzwerk erzeugt. Vor einem Jahr hat Dietmar Hubrich die Idee des WLAN auf vier Rädern umgesetzt. Als Leiter der Informationselektronik verfügt er über viele technische Informationen. Die wichtigste Information ist aber: „Das Netzwerk ist für jeden Fahrgast zugänglich. Lediglich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen müssen akzeptiert werden." Und dann geht es mit dem mobilen Netz mobil durch die Stadt. Positiv nach einem Jahr: Seit dem die Techniker die Router eingerichtet haben, ist die Zahl der eingewählten Nutzer konstant hoch. Sind das nur junge Leute? „Die Spitzenzeiten sind zwischen 6.30 Uhr und 8 Uhr. Dann wieder ab Schulschluss bis 17.30 Uhr", sagt Dietmar Hubrich. In dieser Zeit seien pro Fahrzeug bis zu 70 User eingewählt. „Das sind nicht nur junge Menschen oder Schüler", sagt Pressesprecherin Nihal Armutcu. „Immer mehr ältere Menschen benutzen ein Smartphone. Und nicht jeder verfügt zuhause über einen drahtlosen Internetzugang." Und die nutzen natürlich auch das WLAN im Bus. Der größte Teil des Datenvolumens wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit über den Kontakt zu den sozialen Netzwerken, Videoplattformen und Streamingdiensten aufgebraucht. Ein Datenvolumen, dass die Stadtwerke zur Verfügung stellen. „Ja natürlich ist ein Jugendschutzfilter aktiviert", sagt Dietmar Hubrich. Das erledige die Telekommunikationstochter Bitel. Das Unternehmen ist Anbieter des WLAN und sorgt mit einer Sperre dafür, dass die jungen Nutzer sicher surfen. Auch andere Verkehrsbetriebe rüsten auf Großes Glück ist mit dem, der mit der Linie 71 bis nach Versmold muss und den richtigen Bus erwischt. Denn auch andere Verkehrsbetriebe rüsten mittlerweile ihre Busse mit einem Router aus. „In diesem Fall war das die Auflage des Kreises Gütersloh", sagt Hubrich. „Bei der Ausschreibung der Linie hatte nur der Bewerber gute Karten, der ein mobiles Netzwerk anbietet." Also Hörbücher hören, bis zuhause. Geht schlimmer. Nun kosten diese WLAN-Router Geld. Sie kosten gut 1.300 Euro und sind teurer als die zu Hause, da die Geräte speziell für den Einsatz in Fahrzeugen gebaut sind. Und auch die Internetverbindung kostet Geld. Nun könnten böse Zungen behaupten, das schlage sich auf die Tarife in Gütersloh nieder. Nihal Armutcu widerspricht: „Wir machen nicht die Fahrpreise. Die setzt der Verbund der Verkehrsgesellschaften fest." Also keine verdeckte Kostenfalle. Ganz im Gegenteil. Für Menschen, die täglich mit dem Bus pendeln, ist das Angebot schonend für den Geldbeutel. Insbesondere für Prepaidbesitzer oder Surfer, die ein bestimmtes Datenvolumen bei ihrem Anbieter gebucht haben. Und natürlich ist das auch für die Stadtwerke ein Mehrwert. Sie zeigen guten Willen, globalen Trends zu folgen. Ob das ein positiver Trend ist, liegt wie so häufig im Auge des Betrachters.

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