Wer beim Radeln nicht aufpasst und erwischt wird, muss zahlen. - © Themenfoto/Picture Alliance
Wer beim Radeln nicht aufpasst und erwischt wird, muss zahlen. | © Themenfoto/Picture Alliance

Kreis Gütersloh Radfahren: Das sollten Sie beachten - sonst wird's teuer

Fahrrad-Experte Heribert Dudler vom Gütersloher ADFC klärt auf

Lena Vanessa Niewald

Kreis Gütersloh. Mehr als neun Millionen Deutsche nutzen ihr Fahrrad mehrmals in der Woche. Für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Freizeitaktivitäten am Wochenende - für viele ist das Rad eine gern genutzte Alternative zum Auto. Aber auch beim Radeln gibt es einiges zu beachten. Denn: Wer sich nicht an die Regeln hält und erwischt wird, muss zahlen. nw.de hat mit Experte Heribert Dudler vom ADFC Gütersloh die wichtigsten Fakten besprochen. Telefonieren beim Radfahren Eine schnelle Whats App Nachricht oder eine fixer Anruf? Lieber nicht während der Fahrt. Genau wie am Autosteuer ist das Smartphone nämlich auch beim Fahrradfahren tabu. Als Tatbestand gilt übrigens schon die "Aufnahme des Mobiltelefons", wie Heribert Dudler betont. Wird man bei der Nutzung seines Smartphones erwischt, zahlt man 25 Euro. Musikhören mit Kopfhörern Die Verwendung von Kopfhörern während der Fahrt ist nur dann verboten, wenn das Gehör durch die Musik wesentlich beeinträchtigt wird. Missachtet man diese Vorgabe, werden 10 Euro fällig. Hund an der Leine mitnehmen "Ein Hund darf an der Leine mitgenommen werden, alle anderen Tiere allerdings nicht", sagt Heribert Dudler. Allerdings müsse dabei das Tierschutzgesetz eingehalten werden. Zudem solle sowohl die Sicherheit des Tieres gewährleistet als auch die Gefährdung Dritter ausgeschlossen sein. Alkohol beim Fahren Die Rechtssprechung geht davon aus, dass ein Radfahrer ab einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,6 Promille nicht mehr in der Lage ist, sein Rad sicher zu führen, sagt Dudler. Auch ohne erkannbare Fahrunsicherheit liege dann eine Straftat vor. Ist man mit dem Fahrrad aufgrund von Alkoholeinfluss in einen Unfall verwickelt, muss der Radfahrer allerdings schon ab einem Promillewert von 0,3 haften. Laut ADFC droht übrigens im schlimmsten Fall nicht nur ein Radfahrverbot: Auch die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge kann dem Täter entzogen werden. Einbahnstraße Darf man mit dem Fahrrad in die entgegengesetze Richtung einer Einbahnstraße fahren? Das komme immer auf die Straße an, sagt Heribert Dudler. Wenn die Einbahnstraße für Radfahrer freigegeben sei, sei das in Ordnung. Missachte man das Einfahrtsverbot drohe ein Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro, "je nach Behinderung, Gefährdung oder Unfall". Nebeneinander fahren Eine Radtour mit der Familie am Sonntagnachmittag und dann die ganze Zeit nur hintereinander fahren? Für viele total langweilig. Aber was ist erlaubt? "Nebeneinander fahren ist nur erlaubt, wenn andere nicht behindert werden", so Dudler. Ist das der Fall, werden zwischen 20 und 30 Euro fällig. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Fahrradstraßen. Dort dürfen Radfahrer immer zu zweit nebeneinander fahren. Fahrrad abstellen "Es gibt keine Parkverbote für Fahrräder", sagt Heribert Dudler. Allerdings gelte im Grundsatz, dass die Räder immer so abgestellt werden müssen, dass keine Fußgänger, Rollstuhlfahrer und andere Verkehrsteilnehmer behindert werden. Rechtsfahrgebot Auf Straßen ohne Radweg gilt laut Aussagen des ADFC das Rechtsfahrgebot. Es gibt allerdings Ausnahmen. Sofern ein blaues Radwegsschild für die linke Fahrtrichtung aufgestellt, dürfen Radler links von der Fahrbahn fahren. Fährt man als Radfahrer aber entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, droht ein Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro. Jemanden auf dem Gepäckträger mitnehmen Das hat wahrscheinlich fast jeder schon mal gemacht: Die Freundin oder den Freund schnell auf dem Gepäckträger mitgenommen - nur eben bis zur nächsten Ecke. Warum auch nicht. Aber Heribert Dudler schränkt ein: "Die Person muss unter sieben Jahre alt sein und am Fahrrad müssen die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen sein. Der Fahrer muss außerdem mindestens 16 Jahre alt sein." Hält man diese Regeln nicht ein, werden 5 Euro fällig.

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