Leiten die Studie: Prof. Martin Holtmann und Prof. Tanja Legenbauer. - © LWL/Suilmann
Leiten die Studie: Prof. Martin Holtmann und Prof. Tanja Legenbauer. | © LWL/Suilmann

Gütersloh/Hamm Depression: Gütersloher Kinder testen Lichttherapie

Studie: Die LWL-Universitätsklinik Hamm startet eine Untersuchung, wie Lichttherapie bei Depressionen helfen kann

Gütersloh/Hamm. Welche Wirkung hat eine Lichttherapie bei Depressionen im Kindes- und Jugendalter? Dieser - nicht nur in der dunklen Jahreszeit akuten - Frage spürt die Forschungsabteilung der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Hamm (Träger: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL) nach. Und freut sich über einen positiven Bescheid: Für eine Lichttherapie-Studie hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung Fördermittel in Höhe von knapp 1,8 Millionen Euro genehmigt. Da die Hammer Fachklinik auch für den Kreis Gütersloh zuständig ist, nehmen an der Studie auch Kinder und Jugendliche aus dem Kreisgebiet teil. In welcher Anzahl, stehe noch nicht fest. Das werde, so ein LWL-Sprecher, kurzfristig nach Einschätzung der Behandlungsnotwendigkeit entschieden. Studienstart werde im Laufe des nächsten Monats sein. Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen zeigen laut LWL eine hohe Zuwachsrate. Trotz der Bedeutung dieser Erkrankung im Kindes- und Jugendalter seien Effektivität und Sicherheit der gängigen medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlungsansätze noch unzureichend untersucht. Ergänzende Behandlungen wie die Lichttherapie, die ohne Nebenwirkung auskomme, gälten aber als vielversprechend. Hierbei kommt eine Lichttherapiebrille zum Einsatz: Sie wird morgens für eine halbe Stunde wie eine normale Brille aufgesetzt. In dem Gestell sind spezielle LED-Leuchten eingebaut, die mit der Lichtintensität eines Sonnenaufgangs auf die Netzhaut wirken. Normale Alltagshandlungen wie Frühstücken und Lesen sind damit möglich. Die handliche Brille könnte eine Alternative zur apparativ ungleich aufwendigeren Leuchtlampen-Therapie in Extra-Behandlungsräumen sein. "Studien an Erwachsenen belegen, dass eine morgendliche Lichttherapie nicht nur bei Winterdepression effektiv ist", sagte Professor Martin Holtmann, Ärztlicher Direktor der LWL-Universitätsklinik Hamm und einer der Studienleiter. "In unseren Vorstudien mit Jugendlichen konnten wir zeigen, dass sich vor allem der Schlaf der jungen Probanden verbessert hat", sagte Prof. Tanja Legenbauer, Leiterin der Forschungsabteilung. "Vermutlich wird darüber die Depression günstig beeinflusst." Dies wollen Legenbauer und Holtmann in der geplanten Studie bei stationär behandelten depressiven Jugendlichen näher untersuchen. Ziel der Studie ist es, die Lichttherapie an einer größeren Patientengruppe zu erforschen und die Behandlungsdauer von derzeit zwei auf vier Wochen auszudehnen. Die Förderung ist auf einen Zeitraum bis 2020 angelegt.

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