Leere Gläser, volle Punktzahl: 20 Teams kämpften beim Quizduell in der Weberei um den Sieg – hier „Die Planlosen" vom Städtischen Gymnasium. Der Name war hier keinesfalls Programm. - © Florian Sädler
Leere Gläser, volle Punktzahl: 20 Teams kämpften beim Quizduell in der Weberei um den Sieg – hier „Die Planlosen" vom Städtischen Gymnasium. Der Name war hier keinesfalls Programm. | © Florian Sädler

Gütersloh Städter gegen Stifter beim Kneipenquiz: Gütersloher Gymnasien im Duell

Städter gegen Stifter: Nicht mehr nur auf dem Fußballfeld oder in der Sporthalle duellieren sich die Schulen

Florian Sädler

Gütersloh. Mit dem Kneipenquiz ist den Briten eine hübsche Tradition gelungen. Zusammen mit Freunden bei einem Bier – oder ein paar mehr – mit anderen Teams um die Wette rätseln und am Ende den Gesamtsieg abstauben. Nach Editionen mit Joko Winterscheidt und Simon Gosejohann als Moderator oder unter freiem Himmel im Biergarten gesellte sich am vergangenen Freitag eine weitere Idee zu den Variationen hinzu, die in der Weberei veranstaltet werden: das Duell der beiden Gütersloher Gymnasien – Städter gegen Stifter, die sich seit langem schon jährlich auf dem Fußballplatz gegenüberstehen, noch nicht ganz so lange auf dem Volley- und Basketballfeld und nun auch zwischen Kneipentischen. Warum nicht? Das dachte sich Weberei-Pressesprecher Aliyar Korkmaz, als ihm die Idee kam, das verbissen geführte Spaß-Duell um eine feucht-fröhliche Variante zu erweitern. „Zwei, drei Monate" wurde geplant, dann zu Beginn des neuen Schuljahres der Termin an die Schulen weitergegeben. Nach zwei Wochen war die Veranstaltung ausgebucht – 20 Teams zu je sechs Mitstreitern saßen am Freitag im prall gefüllten Gastro-Bereich der Weberei zusammen und duellierten sich in Sachen Allgemeinwissen, Lokal-Trivia und bisweilen auch intellektueller Kreativität. Zwar stand der Abend unter dem Motto „SG vs. ESG", „aber wir kontrollieren hier ja keine Schülerausweise", sagt Korkmaz und lacht. Die Teams setzten sich letztlich meist aus Abiturienten, Altschülern und Lehrern zusammen, teils unter den Konkurrenzgymnasien durchgemischt – eine klare Sieger-Schule konnte man so nur schwer ermitteln. In diesem Fall stand aber ohnehin noch mehr als sonst der Spaß im Vordergrund. Moderiert wurde der Abend von der Vorsitzenden des Jugendparlamentes Claire Bogdanski, die angesichts des bierseligen Trubels neben Humor eine gesunde Portion Durchsetzungsvermögen mitbringen musste – und sich zwischendurch gegen pikante Vorwürfe zu wehren hatte: „Jetzt werde ich hier plötzlich angelabert, dass ich parteiisch sei, nur, weil ich Städterin bin. . .", nahm die frisch gebackene Abiturientin auf halbem Weg durch das Quiz ironisch zur Kenntnis. Tatsächlich aber schien alles mit rechten Dingen zuzugehen, vielleicht auch, weil der ganze Spaß unter den wachsamen Augen einer schulübergreifenden Lehrer-Mannschaft stattfand – die tatsächlich auf den Punktzetteln hinter ihre jeweiligen Schülertrupps zurückfiel. Mit dem ehemaligen SG-Schulleiter Dr. Siegfried Bethlehem wurde außerdem ein prominenter Gast für die Eröffnungsrede verpflichtet, die den Grundstein für beste Stimmung legte. Drei Runden à 13 Fragen diskutierten die knapp 120 Teilnehmer in ihren Gruppen, wann Daniel Craig zum ersten Mal den Bond gegeben hat, welche Farben die olympischen Ringe haben, in welche Richtung diejenigen deutschen Autobahnen verlaufen, die eine ungerade Zahl im Namen tragen oder wo im Umkreis Güterslohs Adolf Hitler bis 2008 Ehrenbürger war. So konnte jeder der Anwesenden noch etwas lernen. Dass das Duell der beiden Gütersloher Gymnasien auch nach mehreren Jahrzehnten und unterschiedlichsten Schlachtfeldern noch nicht ausgefochten ist zum Beispiel: „Besser hätte es nicht laufen können", lautet das Fazit von Organisator Korkmaz. „Es ist brechend voll und die Stimmung ist super. Wir sind komplett zufrieden."

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