Transparent: Als Ersatz für den "Taschenpark" müssten 30.000 neue Bäume gepflanzt werden. - © Anna Pauli
Transparent: Als Ersatz für den "Taschenpark" müssten 30.000 neue Bäume gepflanzt werden. | © Anna Pauli

Gütersloh Anwohner protestieren gegen Eichenfällung am Malvenweg

Für ein fünfstöckiges Wohnhaus sollen 13 der alten Bäume gefällt werden

Anna Pauli

Gütersloh. Die Eichen am Malveweg stehen nun schon seit über 100 Jahren. Wegen eines geplanten Wohngebäudes, welches fünf Sozialwohnungen beinhalten wird, sollen die völlig gesunden Bäume gefällt werden. Ein Dutzend Einwohner sind jetzt am Malveweg zusammengekommen, um ihrer Empörung Luft zu machen: "Es ist ein hübsches Fleckchen zwischen all den Häusern und es ist unfair, dass wir nichts dazu zu sagen haben", sagt einer der Demonstranten. Schließlich seien sie doch diejenigen, die es betreffe. Das kleine Wäldchen fällt tatsächlich ins Auge, weil rundherum jede Menge grauer Beton das Bild bestimmt. Achim Hertzke, Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland, nennt es einen "Pocket-Park", übersetzt "Taschenpark". So nennt man kleine, gärtnerisch gestaltete Flächen, die besonders in dicht bebauten Stadtteilen für etwas mehr Grün sorgen sollen. "Es wundert mich, dass Fachpolitiker und der Umweltschutz überhaupt nicht in die Entscheidung oder zumindest in die Diskussion mit einbezogen wurden", sagt er. "Die Bäume sind wichtiger Lebensraum für Tiere und auch wir profitieren von den Pflanzen. Wir stoßen täglich Unmengen von Kohlenstoffdioxid in die Luft aus. Die Bäume liefern uns den benötigten Sauerstoff", erklärt Birgit Niemann-Hollatz von den Grünen. Es sei wichtig, den bereits geringen Baumbestand zu erhalten und nicht weiter zu verringern. Sie betont, dass die neuen Wohnungen unumgänglich sind, jedoch nicht genau an dieser Stelle erbaut werden müssten. "Unverantwortlich", nennt Ludger Klein-Ridder, stellvertretender Sprecher des Stadtverbundes und Vertreter der Linken, das Vorhaben und appelliert, den Mehrfachfraktionen ins Gewissen zu reden. Es sei einzig und allein Profitstreben, welches die Baugewerbe dazu bewege, die neuen Wohnungen zu errichten. "Notfalls ketten wir uns an die Bäume", sagt er. Ein wohl eher fragwürdiges Vorhaben. Die Entschlossenheit, die "unentbehrlichen" Eichen zu retten, ist jedoch nicht anzuzweifeln.

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