Petra Paul, Betriebsleiterin des Gütersloher Cafe & Bar Celona, ist von den neuen Smartphone-Boxen begeistert. - © Ingo Kalischek
Petra Paul, Betriebsleiterin des Gütersloher Cafe & Bar Celona, ist von den neuen Smartphone-Boxen begeistert. | © Ingo Kalischek

Gütersloh Gütersloher Bar geht gegen Smartphone-Sucht vor

Ab sofort stehen Handy-Boxen auf den Tischen, in die Gäste ihre Smartphones legen können

Ingo Kalischek

Gütersloh. Wer kennt diese Situation nicht? Rein ins Restaurant, Getränke bestellen, Smartphones raus. Und dann: Funkstille. Statt mit seinem Gegenüber zu plaudern, taucht das überwiegend junge Volk doch lieber in die große weite Smartphone-Welt ein. Das haben die Mitarbeiter der Gastro-Kette Cafe & Bar Celona jetzt satt. Ihr Aufruf: Weg mit den Handys - und ab damit in die Box. Auf jedem Tisch in dem Gütersloher Café steht seit Montag eine schwarze Pappbox. In sie können Gäste ihre Smartphones legen, um somit dem eigentlichen Sinn eines Restaurantsbesuchs wieder nachzukommen: Essen, Trinken - und Quatschen. Damit reagiert die Gastro-Kette auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: "Das ist doch wirklich nervig", sagt Petra Paul. Die Betriebsleiterin des Gütersloher Cafe & Bar Celona habe bei ihren Gästen zuletzt einen rasanten Anstieg der "Smartphone-Sucht" festgestellt. "Seit zwei Jahren ist es richtig extrem", meint Paul. Das soll sich durch die neuen Handy-Boxen jetzt ändern. Die Mitarbeiter des Gütersloher Restaurants weisen ihre Gäste ab jetzt dezent auf ihr Vorhaben hin: "Das ist kein Muss, aber ein Angebot", erklärt Paul. Oft genug komme es vor, dass Gruppen von bis zu sieben Personen schweigend am Tisch sitzen, allesamt mit dem Smartphone in der Hand. In solchen Momenten bringt das Personal künftig die neuen Boxen ins Spiel. Ob das gut geht? "Die Testphase in einem Oldenburger Restaurant kam zumindest richtig gut an", sagt Paul. Und auch in Gütersloh sei die Idee bislang positiv aufgenommen worden. "Es gab schon einige lustige Situationen". Angst, dass sich Gäste vor den Kopf gestoßen fühlen, hat die Betriebsleiterin nicht. Im Gegenteil: "Das ist eine gute Gelegenheit, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen." Dabei sollen auch einige Themen-Anregungen helfen. Sie finden sich auf den Seitenwänden der Boxen, mit Stichwörtern wie "Merkels Lover", "Rezepte" und "Donald Trump". Und wer es ernst meint mit dem Handy-Verzicht, der startet einen kleinen Wettbewerb: "Wer der Sucht nicht standhält und nach seinem Smartphone greift, muss eben eine Runde Schnaps ausgeben", sagt Laura Avinoa-Güth. Die junge Auszubildende glaubt, dass diese Aktion vor allem an 18- bis 30-Jährige anspreche. "Die wurschteln meist mit ihren Smartphones rum". Die Pappboxen stehen künftig bundesweit auf den Tischen der Gastro-Kette. Auch in Bielefeld läuft die Aktion bereits seit einigen Tagen.

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