Baustoff-Recycling: An der Anlage am Lupinenweg wird seit einigen Jahren bereits der Bauschutt geschreddert und zu Recyclingschotter verarbeitet. - © FOTOS: ROBERT BECKER
Baustoff-Recycling: An der Anlage am Lupinenweg wird seit einigen Jahren bereits der Bauschutt geschreddert und zu Recyclingschotter verarbeitet. | © FOTOS: ROBERT BECKER

Gütersloh Hermann Peitz investiert am Lupinenweg

Spexarder Tiefbauunternehmen will sich stärker dem Endkunden öffnen / Auch Annahme von Hausmüll geplant

Robert Becker

Gütersloh. Die Spexarder Tiefbaufirma Hermann Peitz baut ihren Standort am Lupinenweg aus. Auf dem 29.000 Quadratmeter großen Areal entsteht derzeit ein Hallenneubau aus Fertigbetonteilen. Nach der Eröffnung im Herbst sollen in der Halle Schüttgüter angeboten werden. Ferner soll es eine Bauschuttannahme geben. Sogar eine Annahme von Mischmüll wird künftig dort möglich sein. "Wir wollen uns stärker für den Endverbraucher öffnen", sagte am Donnerstag Betriebsleiter Roland Koors (53). Bislang sei das Tiefbauunternehmen in Sachen Baustoffe eher ein Eigenverwerter gewesen. Dass sich der "Rote Peitz", wie er in der Branche genannt wird, nun erweitert, sei die Folge verschiedener Einflussfaktoren, so Koors. Zum einen habe Peitz wegen der auf dem Gelände installierten Baustoff-Aufbereitungs- und Sortieranlage als Auflage eine sechs Meter hohe Lärmschutzmauer errichten müssen. "Da lag es nahe, dass wir die Wand gleich in das Gebäude integrieren." Zum anderen sei die Veräußerung zertifizierter Recyclingbaustoffe eine lange gehegte Vision seines Chefs, sagte Koors, der seit 1998 als Diplom-Ingenieur beim Spexarder Tiefbauunternehmen tätig ist. Rund 20.000 bis 25.000 Tonnen Recyclingmaterial fallen bei Hermann Peitz durchschnittlich pro Jahr an und werden auf dem Gelände am Lupinenhof zu Schüttgütern geschreddert und aufbereitet. Diese Mengen erwartet Koors für die Anlage auch in den kommenden Jahren. Neu ist, dass die Endverbraucher auf einem dann fix und fertig hergerichteten Gelände an sechs Tagen in der Woche Bauschutt anliefern, Schüttgüter wie Kies, Mutterboden und Recycling-Material abholen und sogar Hausmüll anliefern können. "Unsere Öffnungszeiten sind länger als an den üblichen Stellen", verspricht Koors einen Vorteil, der insbesondere an Samstagen und zur Feierabendzeit ziehen dürfte. In der Halle soll der Mischmüll, Holz und Kies trocken gelagert werden. Zwei neue Waagen und Sozialräume gehören ebenfalls zur Ausstattung der Halle. Insgesamt investiert die Firma rund 2,5 Millionen Euro für die Erweiterung. Dafür wird der Platz, bislang 18.000 Quadratmeter groß, um 11.000 Quadratmeter erweitert. Dort, wo jetzt die neue Halle entsteht, hatte vor einigen Jahren die Firma Ehlert eine frühere Fellverwertungshalle abgebrochen. Zuletzt war dort Brachland. Drei Mitarbeiter sollen nach der Eröffnung im Herbst den Kunden ständig zur Verfügung stehen. Gestern wurden für die Halle, die der Beton-Fertigteilespezialist Eudur aus Herzebrock-Clarholz lieferte, die Binder-Elemente aufgesetzt. Unternehmer Hermann Peitz (53) war gestern nicht dabei, er weilte bereits im Osterurlaub.

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