:Winfried Ludwig (Wachleiter Polizei Halle/Westf.), Gerhard Kübler (Bezirksbeamter Borgholzhausen), Schulleiterin Ursula Husemann, Teresa Hermann (Service Gebäudewirtschaft Kreis Gütersloh), Dieter Jung (Polizei Kreis Gütersloh) und Ulrich Steiner (stellvertretender Leiter der Feuerwehr Borgholzhausen, v. l.). Das Schild "E8" über ihren Köpfen steht für "Eingang 8". - © FOTO: NW
:Winfried Ludwig (Wachleiter Polizei Halle/Westf.), Gerhard Kübler (Bezirksbeamter Borgholzhausen), Schulleiterin Ursula Husemann, Teresa Hermann (Service Gebäudewirtschaft Kreis Gütersloh), Dieter Jung (Polizei Kreis Gütersloh) und Ulrich Steiner (stellvertretender Leiter der Feuerwehr Borgholzhausen, v. l.). Das Schild "E8" über ihren Köpfen steht für "Eingang 8". | © FOTO: NW

Borgholzhausen Sicherheit durch Orientierung

Schilder weisen im Ernstfall den Weg zum richtigen Gebäude, zur richtigen Tür

Kreis Gütersloh/Borgholzhausen. Rund 100 Schilder in und an den Gebäuden dienen den Rettungs- und Einsatzkräften in der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule zur besseren Orientierung. Das gemeinsames Projekt "Einsatzort Schule" des Kreises Gütersloh, der Polizei und der Feuerwehr ist jetzt auch an den beiden Gesamtschulstandorten in Borgholzhausen und Werther umgesetzt worden. Schilder und Folien sorgen für eine bessere Orientierung für Rettungs- und Einsatzkräfte bei Notfällen.

Das bundesweit und auch im benachbarten Ausland beachtete Modellprojekt ist im Jahr 2009 erstmals am Reinhard-Mohn-Berufskolleg ausprobiert worden. "Große Schulen sind häufig sehr unübersichtlich: Wir haben im Kreis Gütersloh eine Schule, die 17 Eingänge hat", erläutert Dieter Jung von der Polizei Gütersloh (Kriminalprävention/Opferschutz). Müssten bei einer Gefahrenlage oder einem notärztlichen Einsatz die Helfer sich erst auf dem Gelände und im Gebäude orientieren, verlören sie wertvolle Zeit.

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Neben den Schildern hat das Konzept ein zweites Modul: Die Anpassung der Einsatzpläne in den Leitstellen. So können die Hilfskräfte vor Ort von der Leitstelle instruiert und gelenkt werden.

Am 16. November präsentierte Jung das Konzept von "Einsatzort Schule" am Standort der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Borgholzen zusammen mit Schulleiterin Ursula Husemann, Winfried Ludwig (Wachleiter Polizei Halle), Gerhard Kübler (Bezirksbeamter Borgholzhausen), Ulrich Steiner (stellvertretender Leiter der Feuerwehr Borgholzhausen) und Teresa Hermann (Service Gebäudewirtschaft Kreis Gütersloh).

Viele Eltern haben es auf der Suche nach den Klassenräumen ihrer Kinder bereits erlebt: Insbesondere in den Gebäuden weiterführender Schulen können sich Fremde nur schlecht zurecht finden. Viele Eingänge, Treppenhäuser und Notausgänge, mehrere Trakte und gleichartige Fluren machen die Orientierung schwierig. Diese Probleme bestehen natürlich auch für Rettungs- und Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei, wenn sie in diesen komplexen Gebäuden beispielsweise bei ärztlichen Notfällen einschreiten müssen.

Um ihren Aufgaben möglichst sicher und schnell nachkommen zu können, brauchen sie aussagekräftige Wegweisungen zu bestimmten Zielen, zum Beispiel zur Verwaltung, zur Mensa oder zur Aula. Die Schulen selbst, die Eingänge, Notausgänge, Treppen und Gänge müssen deutlich bezeichnet sein. Nur so können sich die Einsatzkräfte sicher und schnell orientieren und damit Gefahren für die Gesundheit von Menschen beziehungsweise einen Schaden für Sachgüter verhindern.

Information

Einsatzort Schule

           
  • Weitere Schulen und Schulzentren stehen kurz vor der Installierung eines Einsatzorientierungssystems nach dem hier im Kreis Gütersloh 2009 entwickelten Modells. In etwa zwei Jahren, so das Ziel von Jung, sollen alle weiterführenden Schulen im Kreis entsprechend ausgestattet sein. Der Kreis Gütersloh unterstützt an den kreiseigenen Schulen jede Schule mit 5.000 Euro bei der Finanzierung.
  • Es gibt zahlreiche Kontakte mit Polizeidienstellen und Schulträgern in der Bundesrepublik, den Niederlanden und Österreich, die sich für das Gütersloher Projekt "Einsatzort Schule" interessieren.
      

   
   
      

Das Gütersloher Modellprojekt "Einsatzort Schule" legt das Augenmerk auf besondere, einheitliche Kennzeichnungen in den Schulen: So wird bereits von außen der Name der Schule deutlich erkennbar sein. Das spielt insbesondere eine Rolle für Schulzentren, damit es zu keiner Verwechslung der Schulen auf dem Gelände kommt. Zudem werden Eingänge, Notausgänge und Treppen gekennzeichnet und nummeriert. Im Gebäude selbst werden alle Räume deutlich von außen und innen mit Nummern versehen. Die angebrachten blauen Schilder und Folien sind nachleuchtend weiß beschriftet, damit sich die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr auch im Dunkeln orientieren können.

Die Kennzeichnung wird in die Einsatzunterlagen übertragen, die bei Feuerwehr und Polizei vorhanden sind. So ist eine Einweisung der Einsatzkräfte auch von außerhalb, beispielsweise durch die Leitstellen, möglich. Rettungssanitäter und Notarzt sind somit in der Lage, bei einem ärztlichen Notfall schnell einen bestimmten Klassenraum oder anderen Ort in der Schule aufzufinden.

Als erste Schule im Kreis Gütersloh wurde das vom Kreis Gütersloh getragene "Reinhard-Mohn-Berufskolleg" in Gütersloh mit den Vorgaben des Projektmodells gekennzeichnet. Hier wurden bereits Ende April 2010 Schilder und Folien im Innen- und Außenbereich angebracht. Dann folgten die von den jeweiligen Kommunen getragenen Schulzentren in Halle, Herzebrock-Clarholz und Gütersloh-Ost sowie das Gymnasium und die Hauptschule in Schloß Holte. Zuletzt das Einstein Gymnasium in Rheda-Wiedenbrück.

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