Stieghorst Untragbar: Eine Straße versinkt unter Hundehaufen

Dreck: Johanna Soll aus Ubbedissen spricht von einem nicht mehr tragbaren Zustand. Ein neuer Mülleimer soll Abhilfe schaffen - und erfreut sich bereits großer Beliebtheit

Ingo Kalischek

Stieghorst. Einmal nicht aufgepasst - und zack: Schon klebt die braune, stinkende Masse hartnäckig unter dem neuen Paar Schuhe. Das Problem mit dem Hundekot ist nicht neu, aber anscheinend noch immer aktuell: Besonders schlimm soll es derzeit in Ubbedissen sein. "Zum Beispiel in der Sternstraße liegen alle 30 Zentimeter Hundehaufen", sagt Johanna Soll. Das sei eine Zumutung für ältere Menschen, Eltern mit Kinderwagen und auch für die Mitarbeiter der Stadt, die den Hundekot beseitigen müssten, ärgert sich die Bielefelderin. Noch schlimmer sei der Fußweg zum Ubbedisser Bahnhof - der für viele Kinder gleichzeitig der Weg zur Turnhalle ist. Manchmal würden sogar Kotbeutel in den Vorgärten landen. "Das ist einfach nicht fair und nicht mehr länger tragbar", sagt Soll. Die Bankerin hat selber drei Hunde und wohnt am Rand von Ubbedissen. "Hier gibt es sehr viele Hundebesitzer, aber über Kilometer keinen öffentlichen Mülleimer." Das Problem mit Hundekot auf Wegen und Bürgersteigen sei also ein Stück weit hausgemacht, meint Soll. Der Grund: Die Stadt Bielefeld darf nur auf städtischen Flächen Mülleimer aufstellen, nicht auf den Straßenrändern, die zum Landesbetrieb Straßen.NRW gehören. "Die Ränder darf der Umweltbetrieb mähen, aber dort nichts aufstellen, weil sie uns nicht gehören", sagt Michael Koch vom Umweltbetrieb Bielefeld. Deshalb ergriff Johanna Soll selber die Initiative und meldete sich bei der Stadt. Der Umweltbetrieb sagte schließlich zu, einen öffentlichen Mülleimer auf der städtischen Fläche "Am Bollholz" aufzustellen. Der ergänzende Kotbeutelspender setze aber eine Bürgerbeteiligung in Höhe von 250 Euro voraus, hieß es aus dem Umweltbetrieb. »Schöner, dezenter Mülleimer mit Kotbeutelspender« Johanna Soll ging daraufhin von Tür zu Tür, um den Betrag zu sammeln - mit wenig Erfolg. "Ich habe ausreichend Hinweise über die zu hohe Hundesteuer erhalten, aber nur wenig Spendengeld", sagt sie. Erst die Firma Hunter, ein Großhändler für Heimtierbedarf, übernahm die Kosten - zur Freude der 44-Jährigen. "Jetzt haben wir endlich einen Mülleimer mit Kotbeutelspender, schön dezent und unauffällig." Von der unkomplizierten Mithilfe des Umweltbetriebs durch Mitarbeiter Stefan Meyer und der Firma Hunter ist Johanna Soll beeindruckt. Michael Koch vom Umweltbetrieb betont: "Jeder Hundebesitzer muss selber dafür sorgen, dass er die Hinterlassenschaften seines Hundes beseitigt." Das sei leider nicht immer der Fall. Der Umweltbetrieb sei bei Bedarf aber bereit, Mülleimer aufzustellen, sagt Michael Koch. Der neue Mülleimer "Am Bollholz" werde bis heute "überdimensional" oft genutzt, sagt Johanna Soll. Es gebe in Ubbedissen aber weiterhin eine hohe Unterversorgung. Soll: "Noch mehr Mülleimer wären durchaus sinnvoll." Dann gebe es künftig auch weniger Frust - auf allen Seiten.

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