Gegen Durchgang: Die Bewohner des Fadenweges möchten, dass das Tor geschlossen bleibt. Sie befürchten, dass es sonst regen Fußgängerverkehr in ihrem Wohngebiet gibt – mit negativen Folgen. Die Hillegosser nehmen selber lieber einen Umweg in Kauf. - © Sylvia Tetmeyer
Gegen Durchgang: Die Bewohner des Fadenweges möchten, dass das Tor geschlossen bleibt. Sie befürchten, dass es sonst regen Fußgängerverkehr in ihrem Wohngebiet gibt – mit negativen Folgen. Die Hillegosser nehmen selber lieber einen Umweg in Kauf. | © Sylvia Tetmeyer

Hillegossen Anwohner des Fadenwegs in Hillegossen wollen Zugang verhindern

Anwohner ärgern sich, dass der Zugang künftig geöffnet werden soll. Sie befürchten Müll, Hundedreck und Autoverkehr. Bezirksvertreter votierten für Öffnung

Sylvia Tetmeyer

Hillegossen. „Uns hat keiner gefragt. Man hätte uns vorher informieren müssen." Die Anwohner des Fadenweges sind sauer. Sie sind davon ausgegangen, dass das Tor geschlossen bleibt. Es verbindet die Sackgasse mit dem neuen Geschäftszentrum. In der vergangenen Woche haben die Stieghorster Bezirksvertreter jedoch einstimmig die Öffnung beschlossen. Die Hillegosser berichten, dass der Fadenweg schon immer eine Sackgasse gewesen sei. Vor dem Bau des Einkaufszentrums – bis zum Februar 2016 – habe dort eine Firma für Fahnen und Werbemittel ihren Platz gehabt. Zudem habe es eine Tannenbaum-Anpflanzung gegeben. Dann wurde der Aldi-Markt abgerissen. Anschließend ärgerten sich die rund 60 Anwohner über Müll und Hundekot in ihren Vorgärten – und „grölende, angetrunkene Männergruppen". Während der Fragestunde hatten ein Dutzend Betroffene versucht, sich Gehör bei den Politikern zu verschaffen. „Wir waren heilfroh, als der Zaun endlich da war", sagt Martina Semper. Das Bauamt habe schließlich festgelegt, dass auf eine fußläufige Verbindung zum Einkaufszentrum verzichtet werden soll. Im Juni dieses Jahres tauchte dann eine Unterschriftenliste auf. Ein Stieghorster wollte sich nicht damit abfinden, dass der Durchgang zu den Geschäften nicht vom Fadenweg aus erfolgen soll. „Er meinte, es sei für Fußgänger zu gefährlich, die Oerlinghauser Straße zu nutzen", berichtet Ursula Diekmann. Die Anwohner können dies nicht nachvollziehen. „Wir nehmen ja jetzt selbst den Umweg zu den Läden in Kauf", sagt Renate Lütkehölter. Wenn das Tor geöffnet werden würde, sei mit mehr Publikumsverkehr zu rechnen. Jürgen Hilker hat die Straßenbreite nachgemessen: „Es sind 4,75 Meter." Wenn beiderseitig geparkt werden würde, kämen Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr durch. Schon jetzt hätten Müllfahrzeuge Probleme, in der engen Straße zu rangieren. Im gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen, Linke, BfB und CDU heißt es: „Es soll eine Regelung getroffen werden, dass die Betreiber der Märkte das grundsätzlich verschlossene Tor zu den Öffnungszeiten auf- bzw. verschließen. Zusätzlich soll ein Halteverbot im Wendehammer des Fadenweges eingerichtet werden." Da der Rewe-Markt von 7 bis 21.30 Uhr geöffnet hat, ist diese Lösung für die Anwohner nicht akzeptabel. Während der jüngsten Sitzung übergaben sie Bezirksbürgermeister Reinhard Schäffer (SPD) eine Liste mit mehr als 150 Unterschriften. Eine Vertagung der Entscheidung konnten sie jedoch nicht erreichen. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen. „Wir fühlen uns übergangen und fordern jetzt die Einrichtung eines runden Tisches." Darin sind sich die Hillegosser einig, die sich auch über ein ungepflegtes Pflanzbeet beklagen. Der Investor habe inzwischen einen vorher privaten Teil des Fadenweges an die Stadt abgegeben.

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