Ein Fußgänger fand am frühen Montagmorgen eine Leiche in einem Park in Stieghorst. Die Kripo geht von einem Kapitalverbrechen aus. - © Christian Mathiesen
Ein Fußgänger fand am frühen Montagmorgen eine Leiche in einem Park in Stieghorst. Die Kripo geht von einem Kapitalverbrechen aus. | © Christian Mathiesen

Bielefeld Schnelle Festnahme nach Leichenfund am Baderbach

Nach NW-Informationen soll es unter Zechkumpanen zum tödlichen Streit gekommen sein. Die Leiche lag zwei Tage lang auf dem Balkon

Björn Vahle
Jens Reichenbach

Bielefeld. Der Fall der im Bielefelder Baderbach gefundenen Leiche ist so gut wie aufgeklärt. Nach NW-Informationen hat die Mordkommission "Salzburg" bereits am Mittwochnachmittag einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Der 48-jährige Bielefelder soll die Tat bereits gestanden haben. Ein Haftrichter hat mittlerweile Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Die Leiche des aus Kasachstan stammenden Mannes war am Montag von einer Spaziergängerin in einem Park im Bielefelder Stadtteil Stieghorst gefunden worden. Erste Ermittlungen der Polizei hatten ergeben, dass der 57-Jährige mit einem scharfen Gegenstand getötet wurde. Die Polizei hatte daraufhin um Hinweise aus der Bevölkerung gebeten - speziell der Bereich zwischen Opferwohnung und Fundort hatte die Ermittler interessiert. Jetzt konnte die MK unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Ralf Gelhot überraschend schnell einen Verdächtigen festnehmen. Laut einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft hatten Zeugenhinweise den Verdacht auf den 48-jährigen Bielefelder gelenkt, der daraufhin festgenommen werden konnte. Der gebürtige Russe soll sich den Einsatzkräften widerstandslos ergeben haben. Während der Vernehmung in der Nacht soll er dann die Tat in vollem Umfang gestanden haben. Was war geschehen? Laut den Ermittlungen der MK Salzburg hatte das spätere Opfer (57) am Freitagabend, 12. Februar, mit dem nun Festgenommenen in der Wohnung seines Vaters in Stieghorst viel Alkohol getrunken. Während des Zechgelages soll es dann zunächst zum verbalen Streit zwischen den Männern gekommen sein. Dabei sei es um Geld und Schulden gegangen, heißt es. Irgendwann habe der Beschuldigte dann ein zufällig bereit liegendes Küchenmesser genommen und zugestochen. Zunächst soll der Tatverdächtige ins Bein seines Gegenübers gestochen haben, anschließend habe er das Opfer "mit einem tiefen Halsschnitt" getötet. Von Anfang an war die neunköpfige Ermittlergruppe wegen der massiven Schnittverletzungen am Hals des Opfers von einem Verbrechen ausgegangen. Am Dienstag brachte die Obduktion des Leichnams dann die Bestätigung. Den Ermittlern soll der nun Festgenommene berichtet haben, dass er die Leiche seines Zechkumpanen anschließend zwei Tage lang auf seinem Balkon gelagert hatte. Erst in der Nacht zu Montag habe er den Leichnam auf einem Rollator zum späteren Fundort im Stieghorster Park transportiert. Der Tatverdächtige wurde bereits dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl wegen Totschlags erlassen hat. Die Ermittlungen dauern an. Die MK Salzburg nimmt weiterhin Hinweise zu den Ereignissen entgegen unter Tel. (05 21) 54 50.

realisiert durch evolver group