Bielefeld Tolle Stimmen belohnen die Besucher des Weltmusik-Festivals in Sieker

Musik, Essen, Infos: Viele Besucher erfreuen sich an dem multikulturellen Spektakel rund um das Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker

Christiane Buuck

Bielefeld-Sieker. Eine bunte Zusammenstellung aus Musik, Infoständen und Kulinarischem aus verschiedenen Ländern lockte ein altersmäßig und kulturell gemischtes Publikum auf die Wiese am Kultur- und Kommunikationszentrum an der Meisenstraße - beim Festival im Vogelviertel. Anna-Lena Friebe, freie Mitarbeiterin vom "Kultur-3Eck", erklärte den Hintergrund: "Über gemeinsame Aktivitäten, das gemeinsame Feiern und über das Essen sowie natürlich die Musik kommen die Menschen zusammen. Wir wollen durch die Musik zeigen, dass auch die Kultur aus dem Osten hier einen Stellenwert hat." Mit einer offenen Musiksession startete das Festival und Musiker aus dem "Bunker Ulmenwall" luden zum spontanen Mitmachen ein. Die Ersten, die sich trauten, waren zwei Rapper - "Gazda und Fate", beide 16 Jahre alt. Zwischendurch gab es immer wieder swingende Jazzrhythmen, die von Nils Rabente (Keyboard), Hauke Schneider (Trompete), Elmar Lappe (Schlagzeug) und Kevin Hemkemeier (Bass) gespielt wurden. Mit ihrer beeindruckenden Soul-Stimme und den beiden Liedern "Love on the brain" und "Rise Up" erntete Priscilla Konan stürmischen Applaus - und man hätte meinen können, dass sich ein professionelles Talent dahinter verbirgt, aber sie versicherte: "Ich singe sonst nur privat und für mich zu Hause." Trudy Dawkins aus der Nachbarschaft und Ulla Ratgeb aus dem Westen Bielefelds gefiel die Musik und die Atmosphäre auf dem Festival. Trudy Dawkins, die sich sehr wohl auf dem Festival fühlte: "Ich habe schon einmal beim gemeinsamen Kochen im 'Kultur3Eck' mitgemacht und fand es sehr spannend, zusammen zu kochen und zu essen." In den Umbaupausen konnten sich die Zuschauer an den Ständen über Aktivitäten der Gruppen informieren. Der Verein "BIntegration" hilft Flüchtlingen, Benachteiligten und allen, die Hilfe benötigen: bei Behördengängen und praktischer Lebenshilfe, aber es werden auch Kultur- und Freizeitangebote angeboten. Weiterhin war die Unicef-Hochschulgruppe vertreten, sowie die IG Metall und die AWO, die sich in der Stadtteilkoordination östliche Innenstadt engagiert, und noch viele andere. Mit Spenden aus dem Erlös des Essenverkaufs werden Projekte wie beispielsweise ein Waisenhaus in Kobane unterstützt oder die Familien der inhaftierten Menschen unter dem Erdogan-Regime in der Türkei. Für Unterstützung ihres Crowdfunding warb ebenfalls Zaynab Lax, die als Musiktherapeutin tätig ist und das Projekt "Music Bridge" verfolgt. Ihre Vision ist ein Musik-Bus, mit dem sie an verschiedenen Orten Menschen mit Fluchterfahrung musikalisch zusammenbringt. Die kulinarischen Genüsse ließen, ebenso wie die Musikalischen, nichts zu wünschen übrig. Menschen aus verschiedenen Ländern bereiteten die für ihr jeweiliges Land typischen Speisen zu. Es gab "Yassa" - eine afrikanische Speise aus Zwiebeln und Hähnchenfleisch, des weiteren verschiedene zubereitete Fladen mit leckeren Füllungen aus der irakisch-kurdischen Küche, diverse Süßspeisen und mehr. Die Band Hamam Abbiad verbindet mit ihren eigenen Musikkompositionen die orientalische und die westliche Musik miteinander. Oud und Kanun (orientalische Zither) verbinden sich mit Klängen von Saxophon und Querflöte. Die Hagener Musikerin Maren Lueg hat das Ensemble 2015 mit drei syrischen Musikern gegründet. George Al Azar und Shadi Alhoush kommen aus Damaskus, Adnan Abdullah aus dem kurdischen Norden Syriens. Als die Band zum Dabka - ein orientalischer Tanz - auffordert und die Musik dazu beginnt, finden sich einige Tänzer vor der Bühne ein und die Zuschauer klatschen und wiegen sich im Rhythmus mit. Auch die Gruppe "Refugees for Refugees", die aus zehn Künstlern aus Syrien, Irak, Pakistan, Afghanistan und Tibet besteht, schlug eine musikalische Brücke zu ihren Heimatländern. Gesang und traditionelle Instrumente wurden auf diesem Festival zu einem einzigartigen Klangerlebnis. Fünf Musiker der Gruppe spielten in Bielefeld zusammen - mit Gesang, Percussion, Kanun, Ney und Oud.

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