Das ehemalige Gotteshaus der Neuapostolischen Kirche an der Detmolder Straße Ecke Danziger Straße, steht zum Verkauf. Ein gelbes Schild weist seit einigen Monaten darauf hin. - © Christian Weische||
Das ehemalige Gotteshaus der Neuapostolischen Kirche an der Detmolder Straße Ecke Danziger Straße, steht zum Verkauf. Ein gelbes Schild weist seit einigen Monaten darauf hin. | © Christian Weische||

Stieghorst Diese Bielefelder Kirche steht zum Verkauf

Das ehemalige Gotteshaus der Neuapostolischen Kirche an der Detmolder Straße in Stieghorst ist auf dem Markt. Mehrere Nachnutzungen denkbar

Ingo Kalischek

Stieghorst. Es ist eine Immobilie der besonderen Art: 36 Jahre lange wurde in der Kirche der Neuapostolen an der Detmolder Straße gebetet und gesungen. Jetzt kehrt Ruhe ein. Das Gotteshaus steht zum Verkauf - für 449.000 Euro. Das gelbe Schild weist schon länger auf den Verkauf hin. Offiziell auf dem Markt sei das Gebäude aber erst seit Januar, sagt Frank Schuldt. Er ist Sprecher der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland mit Sitz in Dortmund. Bis zuletzt sei die Kirche als Begegnungsstätte für Jugendliche genutzt worden. Offizielle Gottesdienste gab es dort schon länger nicht mehr. Die letzte Messe war Ende 2009. "Da wurde die Kirche entwidmet - also unter anderem die Bibel hinaus getragen", erklärt Oliver Nöding, Vorsteher der Gemeinde Bielefeld-Ost. Die Gemeinde entstand nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Sieker und Stieghorst im Jahr 2009. "Damals wurde auch entschieden, dass wir die Kirche abgeben", erklärt Nöding. "Sie war übrig." Der Grund seien vor allem schwindende Mitgliederzahlen gewesen. Nöding: "Einfach war das nicht, denn mit einer Kirche sind immer viele Emotionen verbunden." Nöding selber wurde mit dem Gotteshaus groß - und heiratete dort vor 25 Jahren. "Viele Gemeindemitglieder haben mit der Schließung einen gewohnten Ort verloren", sagt Nöding. Und dennoch sei ein solcher Vorgang aus heutiger Sicht nicht ungewöhnlich. "Gemeinden müssen funktionieren. Es braucht Ehrenamtliche, die sich in Chören, Kindergottesdiensten und bei anderen Angeboten engagieren. Aber davon gibt es immer weniger", sagt der Vorsteher. Mittlerweile - nach anfänglichen Schwierigkeiten - seien die zwei Gemeinden zusammengewachsen. Bielefeld-Ost zählt aktuell rund 400 Mitglieder. Um den Kirchen-Verkauf kümmert sich nun die Liegenschaftsverwaltung der Neuapostolen in Dortmund. "Wir sind sehr daran interessiert, einen passenden Nachnutzer zu finden", sagt Schuldt. So könne er sich vorstellen, dass das Gotteshaus künftig Platz für eine Kindertagesstätte oder einen Pflegedienst bietet. Auch als Flüchtlingsunterkunft sei es denkbar. "Wir wollen Rücksicht auf die Gefühle der ehemaligen Besucher nehmen", sagt Schuldt. Einen Abriss würde man gerne vermeiden - ausgeschlossen sei er aber nicht. Es gebe die Option, die Kirche zur Wohnimmobilie umzubauen. Schuldt: "Wir würden zudem gern einen christlichen Nachnutzer finden, aber das ist heute nicht immer einfach." Im Ruhrgebiet werde ein ehemaliges Gotteshaus heute sogar als Blumenladen genutzt. Das Areal an der Detmolder Straße Ecke Danziger Straße, umfasst laut Schuldt 1.400 Quadratmeter, die Nutzfläche beträgt 400 Quadratmeter. Anfragen und Gespräche habe es bislang noch nicht gegeben.

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