Bielefeld In Stieghorst entsteht ein neuer Wohnpark

An der Greifswalder Straße sollen 280 Wohnungen entstehen. Am Donnerstag sollen Bezirksvertreter den Satzungsbeschluss fassen. Baubeginn dieses Jahr möglich

Ingo Kalischek

Stieghorst. Von Zeitplänen und Versprechungen für Bauprojekte hält Reinhard Schäffer schon lange nichts mehr. Immer wieder hatten sich diese in Stieghorst in der Vergangenheit verzögert. Umso mehr freut sich der Bezirksbürgermeister, dass sich endlich Bewegung beim geplanten Wohnpark an der Greifswalder Straße abzeichnet. Die Bezirksvertreter werden in der Sitzung am kommende Donnerstag die 2. Änderung des Bebauungsplanes diskutieren. Danach könnte ein Satzungsbeschluss stehen - wenn sich die Parteien einigen. "Wenn alles klappt, ist ein Baubeginn in diesem Jahr möglich", schätzt Schäffer. Er geht davon aus, dass der Rat das Thema am 15. März abschließend beraten wird. 250.000 Quadratmeter Es handelt sich um ein rund 250.000 Quadratmeter großes Gelände zwischen Greifswalder Straße, Stadtbahnlinie 3 und Stralsunder Straße. Seit Jahren liegt dieses Areal brach und ist verwachsen. Zuletzt gab es dort Rodungsarbeiten. Baumstümpfe weisen darauf hin. Ein mögliches Indiz für einleitende Bauarbeiten? Das will Masoud Saadat noch nicht bestätigen. Er ist Bauherr und Architekt aus Hannover. "Ich habe sehr gute Nachrichten. Es ist alles sehr gut gelaufen", sagt er lediglich. Verkünden wolle er diese Nachrichten aber noch nicht. Stattdessen warte er die anstehende Sitzung der Bezirksvertretung ab. Saadat war zuvor Projektleiter bei dem damaligen Eigentümer - der Immobilienagentur Dolphin Trust. "Es ist auf jeden Fall gut, dass nun endlich etwas passiert" Die aber habe das Projekt abgegeben. Saadat: "Dolphin Trust ist raus." Das Baugebiet an der Greifswalder Straße blickt schon jetzt auf eine bewegte Geschichte zurück. Es hatte sich immer wieder verzögert. 2013 waren dort erst 90 Wohnungen geplant. Wegen des hohen Bedarfs an neuem Wohnraum wurden die Pläne grundlegend überarbeitet - auf 280 Wohnungen. Einige Bürger aus der Nachbarschaft hatten schon damals Kritik geäußert. Sie fürchten eine bauliche Verdichtung, einen Wertelust ihrer eigenen Immobilie und eine Ghettoisierung. In der Nähe befindet sich die Großwohnsiedlung an der Stralsunder Straße, auch als Conti-Bronx bekannt. Weitere Mehrfamilienhäuser stehen östlich der Greifswalder Straße. Damals waren verdichtete Eigentumswohneinheiten in Reihenhäusern vorgesehen. Von Eigentums- bis Sozialwohnungen Auch das wurde überarbeitet. Letzter Stand: Es sollen Eigentums- und frei finanzierte Mischwohnungen entstehen. Ebenso öffentlich geförderte Sozialwohnungen im Geschosswohnungsbau. Auch eine Kindertagesstätte war geplant. Die möglichen Kosten wurden zuletzt auf 60 Millionen Euro geschätzt; die Bauzeit auf drei bis fünf Jahre. Trotz des Investorenwechsels solle an dem aktuellen Planungskonzept festgehalten werden, heißt es in der Sitzungsvorlage. "Es ist auf jeden Fall gut, dass nun endlich etwas passiert", sagt Schäffer.

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