Ubbedissen Carolinen Brunnen verlässt Standort in Stieghorst

Projekt: Der Getränke-Hersteller baut in Ubbedissen für 11 Millionen Euro eine Lagerfläche, ein Logistikzentrum und eine Halle für eine Glasflaschen-Abfüllanlage. 30 Mitarbeiter aus Stieghorst wechseln

Ingo Kalischek

Ubbedissen. Bislang war das Unternehmen Mineralquellen Wüllner (Carolinen) in Bielefeld an zwei Standorten vertreten: in Stieghorst und Ubbedissen. Damit soll künftig Schluss sein. Wüllner will sich aus Stieghorst nach und nach zurückziehen. Stattdessen wächst das Gelände in Ubbedissen. Dort rollen aktuell die Bagger. Hauptprojekt ist der Bau einer neuen Glasabfüllanlage auf dem Gelände an der Detmolder Straße in Ubbedissen. Der entsprechende Hallenbau beträgt rund 3.000 Quadratmeter. Hinzu kommen 1.300 Quadratmeter Kellerfläche. "Wir wollen damit den heutigen Herausforderungen gerecht werden", erklärt Volker Harbecke, Geschäftsführer in den Bereichen Produktion und Technik. Konkret: kurze Wege, offene Kommunikation, schneller Austausch. "Wir wollen uns auf einen Betriebsstandort konzentrieren. Synnergieeffekte haben den Ausschlag gegeben", sagt Maik Ramforth-Wüllner, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die bisherige Glasflaschen-Abfüllanlage in Stieghorst soll in den nächsten Monaten ihren Betrieb einstellen. 30 Mitarbeiter arbeiten künftig in Ubbedissen - insgesamt sind es 172 in Bielefeld. "Wir sparen durch die neue Anlage bis zu 60 Prozent an Reinigungs- und Energiekosten", sagt Harbecke. Parallel dazu entstehen auch Sozialräume, eine technische Verwaltung, Werkstätten und eine Kantine. Im Bereich der Zufahrtsstraße ist zusätzlich auf der rechten Seite ein Logistikzentrum geplant; auf der linken Seite eine 3.000 Quadratmeter große Lagerfläche. Für die Mitarbeiter gibt es neue Parkplätze. Die Arbeiten laufen seit Mitte 2017. Voraussichtlich Ende März sollen die Gebäude erstmals nutzbar sein, so Harbecke. Die Baubereiche kosten vier Millionen; das Gesamtprojekt elf Millionen Euro. Mit den Arbeiten setzt das Unternehmen Pläne aus dem Jahr 2003 um. "Schon damals war es unser Ziel, diesen Weg einzuschlagen. Jetzt ist es endlich soweit", sagt Harbecke - und kündigt zugleich ein "spannendes Frühjahr" an: Reinigungsfahrzeuge säubern auf den Carolinen-Baustellen in Ubbedissen aktuell die stark befahrenen Wege mehrfach täglich, auch eigene Mitarbeiter kümmern sich um die Bauprojekte. Und der Hauptbetrieb muss nebenbei weiterlaufen. Ende März soll dann eine große Anlage zur Flaschen- und Kästenreinigung per Schwertransport geliefert werden: 15 Meter lang, sechs Meter breit, 100 Tonnen schwer. Harbecke: "So etwas erlebt man alle 20 Jahre." Gleichzeitig will das Unternehmen seine Anzahl an Brunnen erweitern: von 10 auf bis zu 13. Dafür hat Wüllner eine wasserrechtliche Bewilligung für die Grundwasserentnahme gestellt. "Wir wollen Wasser in Zukunft vor allem aus der Gesteinsschicht unterer Muschelkalk gewinnen", sagt Ramforth-Wüllner. Das passiert in einer Tiefe von knapp 300 Metern. Der obere Muschelkalk befindet sich in einer Brunnentiefe von 80 Metern. Außerdem will das Unternehmen künftig mehr Wasser fördern - und die jährliche Grundwasserfördermenge um 100.000 auf 600.000 Kubikmeter erhöhen. Die geplanten Brunnen befinden sich - ebenso wie die bereits vorhandenen - zwischen Stieghorst und Ubbedissen. Einige sind bis zu 800 Meter vom Standort entfernt und durch Förderleitungen verbunden. In Stieghorst liegen sie auf dem Betriebsgelände. Ausgesucht werden Brunnenstandorte nach dem Kriterien: Wo findet man am meisten Wasser in guter Qualität? Dafür sei es wichtig, vorab detaillierte Erkenntnisse durch Testbohrungen zu sammeln. Die Gebiete befinden sich an den Nordhängen des Teutoburger Waldes und berühren verschiedene Schutzgebiete. Entsprechend aufwendig sei die Prüfung. Sie könne noch Jahre dauern, so Harbecke.

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