Ansicht: So sollen die neuen vierstöckigen Gebäude aussehen - ausgestattet mit einem Aufzug. - © Freie Scholle
Ansicht: So sollen die neuen vierstöckigen Gebäude aussehen - ausgestattet mit einem Aufzug. | © Freie Scholle

Stieghorst Neues Wohnquartier an der Allensteiner Straße in Bielefeld

Die Kosten belaufen sich auf 35 Millionen Euro

Ingo Kalischek

Stieghorst. Die Freie Scholle hat im Bereich der Allensteiner Straße bereits 145 Wohnungen gebaut. Seit 2010 rollen dort die Bagger. Und die werden auch in den nächsten Jahren nicht weichen. Denn 100 weitere Wohnungen kommen noch hinzu - und sollen 2022 fertig sein. Das Bauprojekt wird mindestens 35 Millionen Euro verschlingen, teilt die Baugenossenschaft mit. Ein Überblick, wie es in den kommenden Monaten weiter geht: Erster Schritt ist der Bau von 26 Wohnungen an der Insterburger Straße 12 - dem sogenannten Wohnprojekt "Quartier Ost". Derzeit warte man noch auf die Baugenehmigung und das Baurecht. "Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Frühling mit den Arbeiten beginnen können", sagt Kai Schwartz, Vorstandsvorsitzender der Freien Scholle. Das Bauvorhaben wurde in enger Abstimmung mit dem Verein "Quartier Ost" entwickelt. Geplant ist eine Art Mehrgenerationen-Wohnen. Sechs der Wohnungen baut die Freie Scholle mit öffentlichen Mitteln. Für sie ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. In der zweiten Jahreshälfte sollen die Arbeiten an der Goldaper Straße 2 und 4 beginnen, wo 28 Wohnungen geplant sind. Aktuell entstehen dort die erforderlichen Parkplätze. Die alten Häuser waren bereits 2016 abgerissen worden. Der dritte noch anstehende Baubereich betrifft die Insterburger Straße unterhalb des Quartiers Ost. Dort steht noch ein Abriss bevor: In der Straße hat die Freie Scholle bis Ende des Jahres ein Haus an die Stadt Bielefeld vermietet, in dem derzeit rund 15 Flüchtlingsfamilien untergebracht sind. Das Gebäude soll 2019 abgerissen und neu aufgebaut werden - mit 25 Wohnungen. Weitere 25 kommen in einem zweiten Gebäude in Richtung des Parks hinzu. Auch Parkplätze sind geplant. "Wir setzen auf einen Mix aus verschiedenen Wohnformen", erklärt der technische Leiter Achim Stork. "Die Bewohner konnten zu Beginn der Abrissarbeiten direkt in neue Wohnungen auf der anderen Straßenseite ziehen" Die Größe der Wohnungen reicht von 50 bis 100 Quadratmeter. Die meisten sind barrierefrei. Es gibt Zwei- bis Vierzimmerwohnungen. Die Nutzungsgebühren belaufen sich auf 6,80 bis 8 Euro pro Quadratmeter. Auch die Häuser unterscheiden sich optisch in ihrer Gestalt. Das gesamte Gelände im Quartier Allensteiner Straße ist in etwa so groß wie 17 Fußballfelder. Damals standen auf dem Gebiet Häuser aus den 1960er Jahren. Die meisten von ihnen hatten drei Zimmer. "Das ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Schwartz. Weiterer Grund für den Abriss der Häuser: Sie konnten nachträglich nicht mit einem Aufzug erschlossen werden. Der ist aber heute unverzichtbar, nicht zuletzt für Wohnungen im vierten Obergeschoss. Schwartz: "Deshalb haben wir uns damals gegen eine Renovierung und für einen Neubau entschieden." Mit der Entwicklung der Siedlung bis zum heutigen Zeitpunkt ist die Baugenossenschaft zufrieden. "Die Bewohner konnten zu Beginn der Abrissarbeiten direkt in neue Wohnungen auf der anderen Straßenseite ziehen - und somit in der Nachbarschaft wohnen bleiben", blickt Schwartz zurück. Das habe zu viel Akzeptanz unter den Bewohnern geführt. Bis heute wurden bereits 22,6 Millionen Euro in dem Projekt verbaut. Nachdem der Beginn des Bauprojekts zäh gewesen sei, befinde man sich nun im Zeitplan, so Stork. Durch die insgesamt 250 neuen Wohnungen werde sich am Ende auch die Gesamtwohnfläche um bis zu 50 Prozent vergrößern. Das Quartier liegt in zentraler Lage: In direkter Nähe befinden sich ein Supermarkt, eine Stadtbahn-Haltestelle sowie ein Park.

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