Explosionsgefahr: Als der Gasschlauch an der Gasflasche Feuer fing, erhitzte sich auch die Hülle der 11-Kilo-Propanflasche. Wird diese zu heiß, kann sie bersten. - © Symbolfoto: Jens Reichenbach
Explosionsgefahr: Als der Gasschlauch an der Gasflasche Feuer fing, erhitzte sich auch die Hülle der 11-Kilo-Propanflasche. Wird diese zu heiß, kann sie bersten. | © Symbolfoto: Jens Reichenbach

Bielefeld Gasflasche brennt im Badezimmer: Nachbar rettet 82-Jährigem das Leben

Poröse Gasleitung eines Heizstrahlers fängt Feuer. Ein Nachbar hört über 200 Meter entfernt den Rauchmelder und hilft

Jens Reichenbach

Bielefeld. Ein Anwohner der Oerlinghauser Straße hat einem 82-jährigen Bielefelder vermutlich das Leben gerettet. Wie Feuerwehrsprecher Gordon Majewski mitteilte, hatte es im Badezimmer des Senioren begonnen zu brennen. "Nur weil über die Entfernung von 200 Metern der Rauchmelder noch gut zu hören war, ist der Nachbar zu dem Anwesen geeilt und hat den Bewohner gesucht und in Sicherheit gebracht", berichtete Majewski. Was war passiert? Kurz vor 9 Uhr am Samstagmorgen strömte aus dem porös geworden Gasschlauch einer 11-Kilo-Propangas-Flasche im Erdgeschoss des Hauses Gas aus. Weil die Flasche an einen Heizstrahler im Bad angeschlossen war, fing das brennbare Gas Feuer und entzündete auch den Schlauch. Schließlich kippte die Flasche um und das Feuer fraß sich nun auch ins angrenzende Schlafzimmer. "Wir hatten hier einen beginnenden Zimmerbrand", erklärt Majewski. Der Bewohner befand sich immer noch voll gerauchten im Badezimmer Als der Nachbar das Haus betrat - die Tür stand zum Glück offen -, fand er den 82-Jährigen noch im Badezimmer vor. "Offenbar orientierungslos", sagte der Feuerwehreinsatzleiter. Der Nachbar warf dem Senioren eine Decke um und führte ihn ins Freie und setzte den Mann bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen in sein eigenes Auto. Die Feuerwehr - eingetroffen mit rund 20 Kräften der Berufsfeuerwehr und der Löschabteilung Ubbedissen - bekämpften derweil die Flammen. Zunächst wurde der Umgebungsbrand gelöscht. Inzwischen brannten auch die Tür, Türzarge und auch ein Schrank im angrenzenden Schlafzimmer. Anschließend mussten sich die Einsatzkräfte der gefährlichen Propangasflasche nähern: "Da wir den Füllstand der Flasche nicht kannten, konnten wir nur abwägen: Entweder das Gas ausbrennen lassen, aber das Risiko eingehen, dass die Flaschenhülle zu heiß wird und explodiert oder massiv abkühlen und nach draußen transportieren." Abkühlen, Hahn abdrehen und nach draußen mit der Flasche Die Feuerwehrleute entschieden sich fürs ad-hoc-Abkühlen: "Wir haben die Flamme abgeschlagen und die Flasche massiv mit Wasser gekühlt. Dann haben Einsatzkräfte den Hahn zugedreht und die Flasche durch ein Fenster nach draußen gehoben." Aus der Deckung heraus konnten dann andere Retter die Gasflasche weiter mit Wasser abkühlen. Derweil konnte der Notarzt den leicht verletzten Mann in Augenschein nehmen. Er kam anschließend mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Der Brandschaden im Haus dürfte laut Feuerwehr 10.000 Euro betragen. Gordon Majewski lobte das sehr beherzte Eingreifen des Nachbarn. "Wir wissen nicht, ob der Bewohner auch allein aus dem Haus gekommen wäre. Der Nachbar hat erstklassig geholfen." Nicht unerwähnt muss dabei auch der Rauchmelder werden, ohne den er die Gefahr in 200 Meter Entfernung gar nicht wahrgenommen hätte. "Der Fall zeigt, wie wichtig diese Rauchmelder im Ernstfall sind."

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