Bewaffneter Räuber: Bei diesem Täter hatte Hotelchef Philipp Zaky eine Pistole entdeckt. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Bewaffneter Räuber: Bei diesem Täter hatte Hotelchef Philipp Zaky eine Pistole entdeckt. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Bielefeld/Herford Haben die Herforder Räuber auch in Bielefeld zugeschlagen?

Polizei überprüft Verbindungen zu anderen Raubüberfällen, gegen die drei Tatverdächtigen wurde Haftbefehl erlassen

Jobst Lüdeking
Axel Strötker

Bielefeld. Am Freitagmorgen wurden die drei im Herforder Hotel Münchner Hof von einem Spezialeinsatzkommando gefassten Männer vernommen, noch am späten Vormittag einem Haftrichter vorgeführt. Offenbar hatten die mutmaßlichen Täter ihren Überfall genau geplant und sich zunächst als Hotelgäste im Münchner Hof eingemietet. Dorthin waren sie nach dem Überfall dann auch wieder geflüchtet und wollten in ihren Zimmern in aller Seelenruhe den Polizeieinsatz an dem Juweliergeschäft aussitzen und später unbehelligt abziehen. Ob das Trio weitere Komplizen hat, ist derzeit noch unklar. Die Ermittler konnten die komplette Beute in den Zimmern sicherstellen. Nach NW-Informationen sind die Männer aus dem sizilianischen Catania nach Deutschland gekommen. Die Ermittler prüfen deshalb auch, ob sie auch mit weiteren Überfällen auf Juweliergeschäfte in Verbindung stehen könnten. Etwa den Raub Ende April auf ein Schmuck- und Uhrengeschäft in Gütersloh. Auch der Überfall auf die Postbank-Filiale in Bielefeld – an der Kreuzung Detmolder Straße und Osningstraße am Mittwoch, 10. Mai, wird mit den Spuren der gefassten Verdächtigen abgeglichen. Immerhin hatten sie Hotelkarten aus Bielefeld dabei – nicht die einzigen, die die Ermittler sicherstellten. Erst Ende Februar war eine aus Süditalien stammende Täter-Gruppe in Herford nach einem gescheiterten Einbruch in das Juweliergeschäft Höwener an der Bäckerstraße gefasst worden. Die vier jungen Männer hatten versucht, die Sicherheitsglasscheibe des Juweliers einzuschlagen. Offenbar rechneten die Kriminellen damit, während des Champions-League-Spiels zwischen Leverkusen und Atlético Madrid nicht gestört zu werden – dabei haben sie sich wie die drei Räuber aus dem Münchner Hof verrechnet.

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